Am Büdchen mit...

Am Büdchen mit...der Kölner Streetart-Künstlerin Tuk

Für unsere Gesprächsreihe "Am Büdchen mit..." treffen wir uns regelmäßig mit interessanten Kölner Persönlichkeiten an ihrem Lieblingskiosk - auf ein Getränk und genau sieben Fragen. Unsere Interviewpartner sind Menschen, die das Stadtbild mitgestalten, Kreatives schaffen und eine Meinung haben - echte Charaktere eben.
Die Künstlerin Tuk macht in ihrer Freizeit Kölns Straßen ein bisschen bunter. Wie genau sie die Motive für ihre Schablonen wählt und wie sie zur Streetart kam, das erzählt sie uns bei einer Limonade am Jazz Kiosk im Agnesviertel.

Jill und "TUK" im Gespräch © Celina Albertz

Jill:
Was hat dich nach Köln verschlagen?
TUK:

Hauptsächlich die Arbeit.

Jill:
Was treibst du hier?
TUK:

Ich lebe hier. Ich führe eigentlich ein ganz normales Leben, gehe arbeiten und nebenher mache ich die Kunst als Ausgleich. Ich mache Streetart seit 5/6 Jahren, weil es mich irgendwie fasziniert. Ich bin da so reingeschlittert. So richtig angefangen hat es hier in Köln. Ich hab es mal ausprobiert, hab ein paar nette Leute getroffen und bin dann dabei geblieben. Ich erfreue mich auch selber daran. Meistens klebe ich meine Streetart dann an die Stellen, die mir gut gefallen und wo ich selbst auch öfter vorbeikomme. Irgendwie ist das für mich auch so ein Stück weit Personalisierung des Stadtraums. Klar freue ich mich auch, wenn sich andere daran erfreuen, aber so ein bisschen mache ich es mir auch zu eigen.

Für mich ist es schön, den richtigen Ort für das Bild zu suchen. Ich versuche mir immer Mühe zu geben das Bild schön einzubetten. Es hebt zum einen, einen Ort hervor, und zum anderen noch mal das Bild.“

TUK

Jill:
Wie kam es dazu?
TUK:

Ich hab mich einfach mal ausprobiert. Ich hab schon immer so ein bisschen rumgebastelt und hab davor auch Collagen gemacht und bin jetzt bei den Schablonen hängen geblieben, weil ich finde, dass das eine gute Ausdrucksform ist. Weil ich gern fotografiere, nehme ich Fotos als Ausgangsbasis. Ich verwende alle meine Motive öfter und habe insgesamt vielleicht so zehn Motive. Ich hätte gern mehr, aber das ist so ein Zeitproblem. Die Motive sind eigentlich alle Menschen, die ich auf Reisen getroffen habe. Für mich ist damit dann auch eine persönliche Geschichte verbunden. Das sieht jetzt der Passant natürlich nicht, aber es sind fast alles Reisefotos. Eins ist aber auch meine Schwester, als sie klein war. Das Motiv auf dem Stromkasten [am Jazz Kiosk] ist von einer viertägigen Wandertour in Ecuador. Ich war mir einer Freundin unterwegs. Wir sind da irgendwie durch die Berge gelaufen und da sind dann wie aus dem Nichts zwei kleine Jungs mit einem Hund aufgetaucht. Die haben bestimmt auch Kilometer weit niemanden gesehen und haben sich total gefreut, uns zu treffen. Wir haben ein kleines Picknick mit denen eingelegt und uns kurz unterhalten. Das ist die Geschichte dazu. Das Schmetterlingsmädchen, – das ist ja immer so ein bisschen begehrter – das habe ich auf einer Insel in Panama, in Bocas, also Bastimentos, gesehen. Da war ich auch mit einer Freundin unterwegs und da hat sie gespielt.

Jill:
Warum ist der Jazz Kiosk dein Lieblingskiosk?
TUK:

Ich finde die Lage toll und laufe hier auch öfters dran vorbei. Es gibt alles, was ich brauche und die Leute sind sehr nett.

Frau fotografiert Streetart in Köln mit dem iPhone

Das beliebte "Schmetterlingsmädchen" © Celina Albertz

Jill:
Was schätzt du an Köln?
TUK:

Die Offenheit der Leute und dass viel draußen passiert. Also gerade wenn schönes Wetter ist, sind alle draußen und es gibt viele Parks und viel Grün, obwohl Köln eine Großstadt ist.

Jill:
Was magst du nicht an Köln?
TUK:

Manchmal ist es mir ein bisschen zu laut – ehrlich gesagt. Das ist einfach eine persönliche Sache. Ich hätte gerne weniger Autos und es ist hier ja nicht so fahrradfreundlich. Zumindest momentan noch nicht. Sie arbeiten ja daran. Ich fände es aber schön, wenn für die Rad Infrastruktur ein bisschen mehr gemacht wird. Aber das soll ja alles noch kommen.

Streetart in Köln

© Celina Albertz

Jill:
Was sind deine Geheimtipps/Bestplaces in Köln?
TUK:

Ich war immer gern am Ebertplatz, auch bevor er hip wurde. Und sonst bin ich gern ab und zu am Rhein. Ich finde es schön, dass wir hier auch Wasser haben. Und ansonsten mag ich die gängigen Parks und den Grüngürtel... ich bin gern draußen.

Jill

Ich tue nichts lieber als Köln zu entdecken; die kulturellen Veranstaltungen, die innovativen Ideen und das interessante Stadtbild zu studieren und nachts in der Stadt zu chillen, oder zu lauter Musik zu tanzen. Das ist Köln für mich – ein Ort, den es sich lohnt zu entdecken!