Der Kronleuchtersaal

Der KronleuchtersaalEin Funkeln im Kölner Untergrund

Gemeinsam mit der GAG Immobilien AG präsentieren wir euch heute einen echten Geheimtipp in der wunderbaren Kölner Kanalisation! Ja, das meinen wir ernst, denn ein Hingucker ist er tatsächlich, der 1890 eingeweihte Kronleuchtersaal unter der Erde der Domstadt, ganz in der Nähe vom Ebertplatz.

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Der Kronleuchtersaal! © Köln. Beste !

Ein absolutes Highlight zu seiner Erbauungszeit

Wer solch eine Räumlichkeit eher in Schlössern und schmucken Villen verorten würde, liegt grundsätzlich nicht falsch. So ist der Kölner Kronleuchtersaal mit Sicherheit eine Ausnahme und absolutes Highlight zu seiner Erbauungszeit. Er symbolisiert Modernisierung und technischen Fortschritt, entstand er doch im Rahmen der Entwicklung und Planung des Kölner Abwassersystems, dieses galt damals als technisch super vorbildlich.

Bevor wir euch erklären, warum der Saal auch heutzutage noch eine Rolle im Stadtbild und der kulturellen Szene spielt, nehmen wir euch aber kurz mit ins 19. Jahrhundert und ihr werdet staunen, was sich unterhalb der Asphaltböden und Grünflächen Köln verbirgt.

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Nach den Vorbilder in Wien und Paris

Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Zuge der Stadterweiterung, die Neustadt entsteht ab 1881, auch ein Kanalisationssystem für Alt- und Neustadt geplant und umgesetzt. Die Kölner Ingenieure und Baumeister waren dabei nicht minder begabt und bewandert wie Ihre Vorbilder in Wien und Paris. Für alle an Architektur und Städteplanung Interessierten hier die Kurzfassung: ein Tiefsammler in Rheinufernähe, dazu ein parallel aber höher gelegener Hochsammler und ein Ringkanal fürs Abwasser der Altstadt sind die Eckpfeiler des Systems. Im Vereinigungsbauwerk, dem Kronleuchtersaal, fließen Abwasser aus dem Hochsammler und dem Ringkanal zusammen und von dort weiter zum Klärwerk. Außerdem ist der Saal ein sogenanntes Regenentlastungsbauwerk, bei starkem Regen entlastet es den Ringkanal und leitet das zusätzliche Wasser in einem extra Kanal direkt zum Rhein. So funktioniert das Kölner Abwasser übrigens bis heute.

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Die alten Kanalisationen! © Köln. Beste !

Veranstaltungsort für Jazz- und Klassikkonzerte

Doch der Kronleuchtersaal ist nicht nur funktionierender Bestandteil des Kölner Abwassersystems. Zunächst ist er selbstverständlich ein historisches Denkmal. Zusätzlich zu dieser eher passiven Komponente, bietet euch der Saal eine fantastische Akustik. Die Kanalrohre sorgen nämlich für ein äußerst starkes Echo dort unten. Aus diesem Grund ist der Kronleuchterssal seit über 10 Jahren regelmäßiger Veranstaltungsort für Jazz- und Klassikkonzerte. Mal abgesehen davon, dass gute Musik immer einen Zauber über die Zuhörer legt, wie großartig ist es bitte, durch die Hydraulikbodenklappe in einer Grünfläche (nahe der Kreuzung Theodor-Heuss-Ring und Clever Straße) zu steigen und sich in neue Welten zu begeben. Keine Sorge, damit ihr euch an den faszinierenden Klänge ungetrübt erfreuen könnt, bekommt ihr ein gratis Pfefferminzstäbchen zu Beginn in die Hand gedrückt.

Wer weniger musikalisch interessiert ist, kann sich das Bauwerk auch ohne akustische Untermalung ansehen, es finden monatlich kostenlose Führungen statt (leider sind sie 2019 schon alle ausgebucht!). Denn nicht nur technisch ist der Kronleuchtersaal außergewöhnlich, auch die Architektur des unterirdischen Raums ist kunstvoll und ausgefeilt.

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Der Eingang zur Kanalisation © Köln. Beste !

Unter unscheinbaren Oberflächen

Zum Schluss wollen wir euch natürlich nicht im Dunkeln tappen lassen, wie um alles in der Welt ein Bauwerk im Untergrund, dessen Funktion einzig für das Kanalisierungssystem vorgesehen war, zu dem glänzenden und vielversprechenden Namen „Kronleuchtersaal“ gekommen ist. Tatsache ist, dass es sich wirklich um ein Glanzstück des Städtebaus handelt und Technik sowie Visionskraft der damaligen Kölner Verantwortlichen repräsentiert. Und zur Einweihung wurde erdann auch wirklich mit zwei Kronleuchtern geschmückt. Denn niemand anderes als der damalige Kaiser Wilhelm II. wurde zur feierlichen Eröffnung (vergeblich) erwartet. Auch ohne kaiserliche Stippvisite hat sich der Saal seinen pompösen Namen allemal verdient. Dementsprechend hängt seit einigen Jahren dort auch wieder ein Kronleuchter, dem Fortschritt entsprechend heute aber elektrisch beleuchtet.

Wir hoffen, euch ein bisschen neugierig gemacht zu haben, was sich alles unter unscheinbaren Oberflächen verbergen kann. Nicht alles was funkelt, ist unmittelbar zu sehen, so auch der ein oder andere Geheimtipp in Köln. Wenn ihr noch mehr Lust habt, Köln von unten zu entdecken, dann schaut doch mal bei Köln. Beste! vorbei.

Dieser Artikel ist in Kooperaton mit der GAG Immobilien AG entstanden!

Marleen

Marleen ist in Nippes zu Hause, schreibt gern über ihr Veedel, Mädchenkram, die grünen Seiten von Köln und alles was mit Kindern zu tun hat. Immer für vegetarische Köstlichkeiten, ein gutes Buch oder Feierabend-Bierchen im Park zu haben.