Der Ruf der Altstadt

Der Ruf der AltstadtMit dem Kölner Kompass auf Brauhaustour

Wir Kölner lieben unsere Veedel, den Rhein, die fünfte Jahreszeit und Kölsch. Und ja, wir lieben auch unsere Altstadt. Diese, wenn wir uns altersmäßig deutlich unterhalb der 50 bewegen, aber doch eher aus der Ferne. Obwohl hier die Stadtgeschichte schlummert, alte Bauten und Traditionen zu entdecken sind - und das wissen wir natürlich - findet man uns normalerweise eher an anderen Orten in unserer Lieblingsstadt am Rhein. Wir Kölner gehen zum Feiern, zum Burger essen oder einen Cocktail trinken eigentlich nicht in die Altstadt (wie es der Düsseldorfer bei sich zu Hause macht), doch der Kölner Kompass zeigt uns, dass man die Perle Kölns nicht vergessen sollte und sich ein Abstecher in die wunderschöne Altstadt immer wieder lohnt!

© Kölner Kompass

Dat Hätz von Kölle

Ein Ausflug ins Herz von Köln lohnt! Wir haben für euch eine Möglichkeit getestet, sich mitten ins Altstadt-Getümmel zu begeben, und in Kombination mit leckerem frischen Kölsch viele Dinge zu erfahren, die man auch als Kölner einfach nicht weiß.
Der Kölner Kompass bietet neben Stadtführungen- und Rallyes auch private und öffentliche Brauhaustouren an. Wir haben für euch (ganz selbstlos!) Kölsch probiert, das Kopfsteinpflaster der Altstadt belaufen und Brauhäuser inspiziert, kurz gesagt: eine Brauhaustour mitgemacht.

Kein Touristen-Ding

Gegründet wurde der Kölner Kompass im Winter 2015/2016 von Geschichtsstudenten der Universität zu Köln. Ihre Intention für die Brauhaustouren war es, einen Mix aus Kölsch trinken und Kölsch erleben, für ein eher jüngeres Publikum zu starten. Und wir können direkt am Anfang klarstellen, dass die Tour wirklich nichts mit den typischen Touristen-Veranstaltungen gemeinsam hat.
Unsere öffentliche Tour wird von Paul, einem der drei Kompass-Gründer, geleitet und locker flockig moderiert. Los geht’s immer an der Kreuzblume am Dom. Dort startet neben unserer neunköpfigen Gruppe auch eine private Brauhaustour, bestehend aus einer bestens gelaunten Mädchenfußballmannschaft der Mittelrheinliga, die die Tour statt dem wöchentlichen Freitagabend-Training gebucht haben.

Tickets

Die Tickets für die verschiedenen Touren

bekommt ihr natürlich direkt auf der Homepage vom Kölner Kompass!

Wissen2Go

Nach einer kurzen Einleitung, in der uns Paul einen Überblick über den zweistündigen Verlauf des Abends gibt, und grundliegende Basics über den Kölner Dom verrät, machen wir uns alle durstig auf den Weg. Erfrischend kurz und knapp gibt Paul auch unterwegs sein Geschichtswissen zum Besten, immer mit einem Scherz oder einer Anspielung auf Aktuelleres der Zeitgeschichte, den FC, Bill Clinton oder Karneval, verbunden.
Unser erstes Ziel ist der Braukeller des Früh am Dom. Dahin ist es zu Fuß nicht weit, so dass alle schnell ein kaltes Kölsch vom Fass in der Hand halten (drei Stangen sind im Tour-Preis von 21,50€ schon enthalten). So macht es auch direkt viel mehr Spaß, die Kölschkultur durch Paul etwas genauer kennenzulernen. Wir erfahren wirklich spannende Facts über den Aufbau eines Brauhauses, von Köbes, Zappes und Baas, warum ein Beichtstuhl im Brauhaus steht und lernen das Schwebebahnsystem für die Kölschfässer im zweitgrößten Brauhaus von Deutschland kennen. Ganz bewusst wollen wir euch hier nicht alle Rätsel auflösen und den kulturellen Inhalt von den Kölner Kompass Touren verraten. Macht eine Brauhaustour mit, und ihr versteht sofort, dass das live, in Farbe und vor Ort selbst erlebt werden muss!

© Kölner Kompass

Abwechslung garantiert

Paul - einer der Guides und Gründer - gestaltet die Tour so, dass immer wenn er mal etwas mehr zu erzählen hat, wir mit Kölsch versorgt, besser lauschen können oder unterwegs dabei direkt auch die Dinge sehen, über die er uns informiert. Als nächstes steuern wir den Heumarkt an, um den Ursprung des Kölner Dreigestirns zu erfahren und wissen jetzt auch, woher der FC seine Farben hat. Den nächsten Zwischenstopp legen wir bei den legendären Figuren Tünnes und Schäl ein, bevor wir im Brauhaus am Rhein, wo uns Päffgen Kölsch vom Köbes serviert wird, mal wieder ein längeres gemütliches Päuschen machen. Hier fachsimpeln wir mit unseren Tischnachbarn, einer vierköpfigen Kölsch-versierten Runde, die hier allabendlich einkehrt, über die diversen Kölschsorten und wie Kölsch eigentlich hergestellt wird. Paul hat sogar kleine Einmachgläser mit Malz und Hopfen zum Riechen und Anschauen dabei. Sehr cool!

© Kölner Kompass

Feucht-fröhlich

Letztes Brauhaus der heutigen Tour ist das denkmalgeschützte Gilden im Zims, die „Heimat kölscher Helden“ (auf den Kölsch-Gläsern sind die Namen Kölner Helden eingraviert). Hier gibt es eines der ältesten Kölschgläser durch einen Schacht im Boden zu bestaunen oder Originalkostüme des Dreigestirns, da das Brauhaus tatsächlich eine Außenstelle des Kölner Karnevalsmuseums ist.
Nach offiziellem Ende der Brauhaustour, bietet Paul uns allen noch an, privat mit ihm in den Ausschank der Pfaffen Brauerei Max Päffgen weiterzuziehen. Alle kommen mit und testen das Pfaffen-Bier, denn hier wird kein Kölsch ausgeschenkt, sondern eine ganz besondere Spezialität mit einem kleinen Geheinmis! Warum das so ist, erfahren wir natürlich von Paul obwohl sein Guide-Job für den heutigen Abend beendet ist. Wir treffen beim Pfaffen auch die Fußballerinnen der privaten Brauhaustour wieder und können an den Gesichtern ablesen und an den fröhlich Stimmen hören, dass auch die private Tour ein voller Erfolg war.

© Kölner Kompass

Unser Fazit

Wir können euch die Tour nur wärmstens empfehlen um eure Geschmacksnerven zu stimulieren und echtes kölsches Wissen anzusammeln. Und wenn ihr denkt, wie langweilig, wir kennen ja jetzt schon die ganze Tour...Falsch gedacht! Die Brauhäuser die der Kölner Kompass ansteuert, variieren! Wenn ihr euch also für einen Abend mit Paul oder einem anderen Kölschexperten entscheidet, könnte es durchaus sein, dass ihr in anderen Brauhäusern einkehrt und andere Sinneseindrücke, Anekdoten und Fachwissen sammelt als wir. Die Kölschkultur ist kunterbunt und wahnsinnig vielfältig, das kann man nicht umfassend beschreiben, das muss man selbst erleben!

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden.
Marleen

Marleen ist in Nippes zu Hause, schreibt gern über ihr Veedel, Mädchenkram, die grünen Seiten von Köln und alles was mit Kindern zu tun hat. Immer für vegetarische Köstlichkeiten, ein gutes Buch oder Feierabend-Bierchen im Park zu haben.