Die (Lego-)Steine, die die Welt bedeuten

Die (Lego-)Steine, die die Welt bedeutenWie „100 Rampen für Köln“ die Domstadt Stein um Stein barrierefreier gestalten möchte

Barrierefreiheit bedeutet für viele zuerst, Treppenaufgänge durch größere Rampen für RollstuhlfahrerInnen zu ergänzen. Dass bereits kleinere Zugänge zu Ladengeschäften eine unüberwindbare Herausforderung darstellen können, erfahren Menschen im Rollstuhl jeden Tag. Wie stellen euch das interessante Projekt „100 Rampen für Köln“ vor, das plant, an 100 Geschäften Kölns Rampen aus Legosteinen zu verteilen, um Menschen mit Behinderungen den Zugang zu erleichtern.

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Der Grundstein ist gelegt

Das Projekt fand seinen Ursprung, nachdem Caro Mülheim ein Video des Menschenrechtsaktivisten Raul Krauthausen geschaut hatte. Der in Berlin lebende Aktivist Krauthausen ist ebenso wie die 21-jährige Caro Mülheim auf einen Rollstuhl angewiesen. Krauthausen setzt sich seit Jahren unermüdlich für eine umfassende Inklusion von Menschen mit Behinderungen ein, die auch die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum beinhaltet. Nachdem er erste Rampen mit einem 3-D Drucker angefertigt hatte, begann er kleine Rampen aus Legosteinen zu bauen, die ihm und anderen RollstuhlfahrerInnen die Fortbewegung im Alltag erleichtern sollten. Caro Mülheim, die seit ihrem neunten Lebensjahr aufgrund einer spinalen Muskelatrophie im Rollstuhl sitzt, fühlte sich inspiriert und rief mit anderen Mitgliedern der Projektgruppe „frank und frei“ die Initiative „100 Rampen für Köln“ ins Leben.

Herausforderungen für die Rampenbauer

Raul Krauthausen sah ursprünglich vor, die kleinen Rampen zu nutzen, um etwa Bordsteinkanten hinauffahren zu können. Da die Höhe von Bordsteinkanten vielerorts zumindest teilweise genormt ist, können bereits einzelne Rampen, die aufgrund ihrer kompakten Größe auch unterwegs mitgenommen werden können, die Fortbewegung im Alltag verbessern. Anders sieht die Situation bei Ladengeschäften aus. Die Schwellen am Eingang sind nicht genormt und unterscheiden sich von Geschäft zu Geschäft, weshalb der Bedarf an Rampen aus Legosteinen deutlich größer ist.

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Gefragt, gebaut, genutzt – die ersten Rampen gegen Hemmschwellen im Alltag

Michaela Grilec war die erste Geschäftsinhaberin, der eine der Rampe aus Legosteinen überreicht wurde. Die Inhaberin des Skateladens „Tante Skäte“ am Ubierring ist von den Rampen begeistert. Mit einem Schild im Schaufenster werden Passanten über die Möglichkeiten der Rampennutzung informiert. Die beiden Rampen bestehen aus etwa 600 Legosteinen und liegen im Geschäft zur Benutzung bereit und erleichtern den Zugang.

Auch wenn nach und nach weitere Rampen folgen werden, ist das Team von „100 Rampen für Köln“ um Caro, Luna, Nicolas, Sophia, Vika und zwei Annas weiterhin auf der Suche nach tatkräftiger Unterstützung, um Köln inklusiver und barrierefreier zu gestalten. Falls auch ihr Geld bzw. Legosteine spenden, eine Spendenbox aufstellen lassen oder selbst beim Bau der Rampen helfen möchtet, habt ihr die Möglichkeit euch hier zu melden:

Spende deine alten Legosteine!

Schlummert eine Kiste Lego auf deinem Dachboden? Das Projekt "100 Rampen für Köln"  hat eine sinnvolle Verwendung dafür! Meldet eure Spende einfach unter frankundfrei@jungestadt.koeln!

 

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Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden.
Hauke

Hauke arbeitet als freier Autor für Geheimtipp Köln und schreibt am liebsten über lustige Tiere und alkoholische Kaltgetränke. Der passionierte Trainspotter liebt die urigen Eckkneipen Kölns.