Ebertplatz wird Weltkulturerbe

Ebertplatz wird WeltkulturerbeEin „Meisterwerk der menschlichen Schöpferkraft“!

Das Unesco-Welterbekomitee berät sich ab Ende Juni wieder über die Aufnahme neuer Kulturstätten in die begehrte Welterbeliste. Weltweit sind über 35 Stätten nominiert, und dieses Mal ist Köln auch wieder ganz vorne mit dabei.
Denn nach der erfolgreichen Wiederbelebung, des so oft in die Kritik geratenen Ebertplatzes, hat die Stadt Köln einen Meilenstein für eine neue innovative Begegnungsstätten und kulturelle Erlebniswelt gelegt.

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© Instagram @almusine

Grundstein war der Jahrhundertsommer

Was wurde über den Ebertplatz alles diskutiert, welch skurrile Konzepte wurden in den Raum geschmissen – ob Umgestaltung der stillgelegten Rolltreppen in kinderfreundliche Rutschen oder gar der Wunsch des komplette Abrisses, der nach der tödlich endenden Messerstecherei 2017 laut wurde.

Letztendlich war alles doch viel einfacher als gedacht! Die Stadt Köln kam auf die Idee, einfach mal wieder das Wasser der „Wasserkinetischen Plastik“ (Springbrunnen) aufzudrehen und siehe an, der Platz füllte sich nicht nur mit Wasser, sondern zu gleich auch mit Leben.
Und so wurde auch Dank des Jahrhundertsommers 2018, der Ebertplatz zum Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Lebens in der Domstadt und fungierte als Kommunikations- und Begegnungsstätte kulturellen Austausches.

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© Silver Surfer

Begründung der Jury

Grundidee der Welterbekonvention und der aus ihr resultierenden Welterbeliste ist es, Natur- und Kulturerbestätten von außergewöhnlichem universellem Wert für die gesamte Weltgemeinschaft für gegenwärtige und zukünftige Generationen zu bewahren und hier liegt der Kölner Ebertplatz bei der Jury hoch im Kurs, denn er erfüllt gleich mehrere der geforderten Kriterien.

So sieht die Jury den Ebertplatz als einen für Kulturgebiete der Erde bedeutenden Schnittpunkt menschlichen Wertes in Bezug auf die Entwicklung der Architektur und Technik an. Denn durch sein Zusammenspiel von skulpturaler Architektur, einem abgestimmten Bepflanzungskonzept und der „Wasserkinetischen Plastik“ wurde hier eine Platzanlage realisiert, die geradezu beispielhaft auf die Vorzüge brutalistischer Stadtraum-Architektur verweist. Auch die Tieferlegung des Platzes, die erst einmal irritierend anmutet, erfüllt ihren Zweck und isoliert den Platz akustisch vom Kölner Ring und besonders der Nord-Süd-Fahrt und schafft somit einen Ort der Ruhe und Muße.
Besonders ins Gewicht der Jury fällt aber sicherlich das Kriterium, ein einzigartiges oder zumindest außergewöhnliches Zeugnis von einer kulturellen Tradition oder einer bestehenden oder untergegangenen Kultur darzustellen, die der Ebertplatz in allen Belangen erfüllt.
Denn welcher Platz in Deutschland zeigt die Auswirkungen des menschlichen Handels im 20. Jahrhundert besser als der Ebertplatz, welcher in 100 Jahren den Wandel von einem der schönsten Plätze Europas (vor dem Krieg), über die Funktion einer einfachen Kreuzung bis hin zur Neugestaltung und Belebung erfahren hat.

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© Facebook | Stadtbild Deutschland e. V.

Pläne für die Zukunft

Da es mit der Bewerbung - auch auf Berufung aus Insider-Kreisen - sehr gut aussieht, startet parallel nun auch die Planung der Stadt Köln, für die zukünftige Gestaltung und den Ausbau des Platzes. So sollen durch die zukünftig fließenden Millionen an Fördergeldern und Subventionen diverse Projekte in die Tat umgesetzt werden.
Hoch im Kurs steht dabei die teilweise Rückgestaltung des Platzes zur optischen Anpassung an das frühe 19. Jahrhundert, nach dem Vorbild der Restaurierung der Altstadt von Dresden. Hierzu steht die Stadt Köln bereits in fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem Architekturbüro, welches auch schon erfolgreich den U-Bahnbau der Nord-Süd-Bahn realisiert hat. Ein großer Vorteil sei es nun, dass durch die hohen Subventionen, nicht mehr so genau auf die Gelder geschaut werden muss und der Gestaltung nun mehr Freiheit und Raum gegeben werden kann.

Des Weiteren soll der Ebertplatz zukünftig auch für internationale Großkonzernen kostengünstige Ladenflächen zur Verfügung stellen, um ein internationaleren Flair zu erlangen.
Nicht weniger interessant sind die Pläne der Stadt Köln, mit dem Coachella Festival gemeinsam einen Ableger in Deutschland zu planen, der die jungen Leute (besonders über junge und hippe Influencer) enger mit dem Platz verbindet.
Dieses Nutzungskonzept stößt weltweit auf große Begeisterung und dient somit als Vorbild für viele große Plätze der Welt.

Der bislang einzige Kritikpunkt der bei den neu entworfenen Plänen aufkommt, ist der durch die Umgestaltung entstehende Mietpreisanstieg. Dieser soll aber laut Stadt Köln durch die Neugewinnung an Wohnraum bei Widdersdorf ohne größere Probleme kompensiert werden können.

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Meisterwerk der menschlichen Schöpferkraft

Zu dem bevorstehenden Millionen-Segen der Unesco, darf unsere Bürgermeisterin sich auf weiteren Geldsegen einstellen.
Der Eberplatz bekommt für seine einzigartige Stadtflächenbelebung sowohl im Sommer als auch im Winter 2018 (Brunnen/Eisfläche), den Ehrenpreis des Bundes in der Kategorie „Meisterwerk der menschlichen Schöpferkraft“ verliehen, welcher am 11. November in der Landeshaupstadt Düsseldorf übergeben wird.
Aus diesem Grund ist es verständlich, dass der Wunsch nach einer Würdigung unserer Bürgermeisterin laut wird. Hoch gehandelt wird hier eine ca. 11 Meter hohe, goldene Statue, die den Mittelpunkt des neu geschaffenen Ebertplatzes markieren soll.

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© Foto Elya

Übrigens:

April! April!

Redaktion