Ein Ausflug nach Weimar

Ein Ausflug nach WeimarZu Besuch in der hippen Kulturmetropole

Bei Weimar denken viele von euch sicherlich an die letzte Klassenfahrt mit dem Deutsch-LK. Dabei steht die Stadt der Dichter und Denker, in der die erste demokratische Verfassung Deutschlands verkündet wurde, für so viel mehr. Gerade für ein kurzen Wochenendtrip lohnt es sich in die Toskana Deutschlands zu düsen, um Weimar aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen. Unser Autor Paul, der in Weimar studiert, zeigt euch, wie ihr die Stadt auf hippe und zugleich kreative Art und Weise entdecken könnt.

Ums einfach mal klarzustellen!

WIE IHR FETTNÄPFCHEN UMGEHEN KÖNNT.

Die Thüringer scheinen auf den ersten Blick immer etwas mürrisch zu sein. Lasst euch davon nicht abschrecken, denn schnell zeigen sie sich von ihrer liebenswürdigen Seite. Eine Regel, mit der ihr bereits von Anfang an Sympathiepunkte sammeln könnt, ist die richtige Bezeichnung der Einwohner. Denn diese heißen nicht, wie oft angenommen: Weimaraner, sondern Weimarer. Weimaraner ist die aus der gleichen Umgebung kommende Hunderasse. Also, ganz easy zu unterscheiden, oder?

Thüringer Rostbratwurst zu jeder Zeit

Wurst, Thüringen

Das Original! © Geheimtipp

Wir fangen am besten gleich mit der besten Sache der Welt an – Essen. Schließlich definiert sich der typische Weimarer sehr über die Thüringer Küche. Der wohl bekannteste Snack aus der Umgebung ist die Thüringer Rostbratwurst: Bei dem Kauf einer „Roschta“, wie es die Thüringer aussprechen, kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Die besten erhaltet ihr entweder bei der Fleischerei Blässe am Frauenplan oder auf dem Marktplatz. Die kann es nämlich nicht oft genug geben. Egal, ob morgens um halb elf oder als Nachmittagsimbiss: Eine gegrillte Wurst im Brötchen, mit Senf, geht immer. Das geht so weit, das bis vor kurzem auf der Website der Stadt täglich der aktuelle Rostbratwurst-Kurs angezeigt wurde. Ihr seht, in Weimar ist die Wurst nicht nur Spezialität, sondern auch Kapital.

Vibes wie im Englischen Garten

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Goethes Gartenhaus © Geheimtipp

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der Ilmpark in Tiefurt © Geheimtipp

Da es die Wurst im Brötchen ausschließlich to go gibt, kann man sie perfekt im wunderschönen Ilmpark genießen. Uns erinnert er an eine Miniversion des Englischen Gartens. Wie eine grüne Lunge erstreckt sich der 48 Hektar große Park vom Norden bis zum Süden der Stadt und bietet Platz zum Spazierengehen, Ausruhen oder für ausgedehnte Jogging-Runden. Im nordöstlichen Teil des Ilmparks bei Tiefurt, wird die durch Weimar strömende Ilm etwas breiter und bietet eine Erfrischung in malerischer Atmosphäre. Weiter südlich und etwas erhöht, vorbei an Goethes Gartenhaus, befindet sich das Schloss Belvedere. Von hier aus könnt ihr einen wunderschönen Blick auf die Stadt genießen und euch dabei zwischen Orangerie und Beeten mit tropischen sowie heimischen Pflanzen ganz herrschaftlich fühlen.

Handverlesener Kaffee von den Röstbrüdern

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Röstbrüder in der Westvorstadt © Geheimtipp

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Das Vintage-Paradies © Geheimtipp

In Weimar ist wirklich alles fußläufig erreichbar. Umso schöner ist es, dass ihr euch den wohlverdienten Kaffee selbst erlaufen könnt. Zwischen prächtigen Häusern im Jugendstil oder des Klassizismus befindet sich das Café der Röstbrüder. Die ehemaligen Produktdesign-Studenten Collin und Vincent haben ihre Liebe und Leidenschaft zu Kaffee einfach zum Beruf gemacht und rösten seitdem täglich frische und experimentelle Variationen des schwarzen Goldes. Von der stylischen, gemütlichen Inneneinrichtung bis zum Kaffee, ist hier alles liebevoll von Hand gemacht.

Wo Form follows function seinen Ursprung hat

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Die Bauhaus-Uni © Geheimtipp

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Das Bauhaus-Museum © Geheimtipp

Unweit von den Röstbrüdern kommen wir nun doch zu etwas Geschichtlichem. Wir befinden uns auf den Spuren der Moderne. Vor 100 Jahren gründete hier nämlich Architekt Walter Gropius das Staatliche Bauhaus, das einen wichtigen Meilenstein für die heutige Architektur und Gestaltung setzte. Im Hauptgebäude sowie im Van-de-Velde-Bau, in der sich nun die Bauhaus-Universität Weimar befindet, lehrten einst die Meister Johannes Itten, Wassily Kandinsky und Oskar Schlemmer. An diesem Ort wurden unter anderem zeitlose Designmöbel, wie der Freischwinger oder die Wagenfeld-Lampe, entworfen, die nun Wohnzimmer in aller Welt schmücken. Im Stadtinneren befindet sich das neue Bauhaus-Museum, in dem ihr die Geschichte des Bauhauses interaktiv entdecken könnt. Übrigens, das einzige nach Bauhaus-Architektur entworfene Gebäude in Weimar ist das Haus am Horn, am Rande des Ilmparks.

Ab ins Thüringer Kloßvergnügen

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Die scharfe Ecke © Geheimtipp

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Klöße, Klöße, Klöße © Pixabay

"Der Adam hätt' im Paradies den Apfel nicht probiert, wenn Eva ihm zur gleichen Zeit Thüringer Klöße hätt' serviert.“ –  Das wohl bekannteste Sprichwort rund um das Thüringer Leibgericht verziert die Wand eines der beliebtesten Kloß-Spots Thüringens. Die Gaststätte „Zur Scharfen Ecke“, in einer der urigen Gassen der Dichterstadt gelegen, bietet typisch deftige Hausmannskost und ist dank des Guide Michelin mittlerweile weltbekannt. Bereits am Eingang begrüßt euch die Kloß-Marie mit einem Teller voller Klöße. Unser Geheimtipp: das Thüringer Brätl mit Sauerkraut und Zwiebelsoße. Mehr als zwei von den faustgroßen Bällen solltet ihr jedoch nicht bestellen, denn die machen ordentlich satt.

Perfektes Barlife für wenig Geld

Bar, Weimar

Die Bar mit dem speziellen Ambiente © Salon Konetzny

Nach so einem deftigen Essen darf der Absacker natürlich nicht fehlen. In der Westvorstadt findet ihr die Bar Salon Konetzny, beheimatet in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Friseursalons. Hier bekommt ihr übrigens ein Bier von der lokalen Brauerei Ehringsdorfer direkt vom Fass. Aber auch schmackhafte Longdrinks zu wirklich fairen Preisen könnt ihr im gemütlichen Ambiente genießen. Doch aufgepasst, die Nächte im Salon K (wie er knackig von den Locals genannt wird) können schnell mal lang werden!

Auf, auf Entdeckungstour

Um ehrlich zu sein, ist unsere Liste mit Tipps für Weimar endlos lang. Wir raten euch deshalb, einfach die Augen offen zu halten und sich Zeit zu nehmen. Ihr werdet es kaum glauben, doch die Dichterstadt birgt so einige Schätze an Läden und Gastronomie, die nur darauf warten von euch entdeckt zu werden.

Bilder von Niklas Hamann für Geheimtipp München sowie von Pixabay und Facebook.

Dieser Beitrag auf redaktioneller Ebene entstanden.

Redaktion