Eine Woche plastikfrei

Eine Woche plastikfreiWie ich versuchte kunststofffrei in Köln zu leben

Eine Woche ohne Plastik.... klingt schwierig? Ist es vielleicht auch?
Aufgrund der Sensibilität für Nachhaltigkeit, die sich in der Gesellschaft verbreitet und auch in mir entwickelt, habe ich es mir zum Ziel gesetzt, eine Woche ohne Plastik zu leben. Ich verteufle Plastik nicht, denn es ist zum Teil auch wichtiger Bestandteil unseres Alltags. Verzichtet man auf Plastik, sind die Alternativen oft Papier (Holz), Stoff (Baumwolle), oder digitale Daten (Strom), also Rohstoffe, die ebenfalls nicht unendlich vorhanden sind, aber Plastik ist eben zu einem Bestandteil unseres Alltags geworden, der deutlich umweltschädlicher ist, als seine Alternativen. Vor allem die Ausmaße der Produktion und Verwendung von Wegwerfplastik ist nicht nur fragwürdig, sondern traurig! Mit der großartigen Unterstützung des unverpackt Ladens Tante Olga möchte ich es schaffen, nicht nur mich, sondern auch andere für das Thema Rohstoffeinsparung und umweltfreundlichere Lebensformen zu sensibilisieren. Daher habe ich den Selbstversuch gemacht.

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© Celina Albertz

Nachhaltigkeit fängt schon damit an, dass wir das Licht im Raum hinter uns ausmachen, wir die Heizung nicht laufen lassen, ohne überhaupt zu Hause zu sein, oder wir den Müll – den wir kontinuierlich produzieren – zumindest trennen. Das Fahrrad benutzen, anstatt das Auto zu nehmen, ist ja längst in unseren Köpfen verwurzelt. Es geht damit weiter, unterwegs eine Tasche dabeizuhaben, in der wir unsere Lebensmittel, unsere Kleidung und andere Gegenstände transportieren, und die Natur um uns zu schätzen und in dieser nicht unseren Müll zu verteilen. Essen kann bewusst gekauft und dann auch bewusst konsumiert werden, anstatt es im Kühlschrank verschimmeln zu lassen, denn das ist auf vielerlei Ebenen nicht nachhaltig.

Tante Olga

Um den Selbsttest zu machen und tatsächlich eine Woche ohne Plastik auszukommen, begebe ich mich daher erst einmal zu Tante Olga. Den unverpackt Laden gibt es an zwei Standorten in Köln – einen kleinen wunderschön ländlich wirkenden Shop in Sülz und einen Shop in am Wilhelmplatz in Nippes. Hier erklären mir die netten Mitarbeiter/innen zunächst, was man zum täglichen Bedarf so alles braucht und was man tun kann, um mit einfachen Mitteln ein Leben auch ohne Plastik zu führen. Zunächst bekomme ich eine Zahnbürste aus Bambus und Zahnpasta Tabletten, von denen ich je eine halbe zerkauen kann und dann mit der Zahnbürste verreibe. Außerdem ein Kur ShampooBit® Duftfrei, ein Stück Seife und ein kleines Abschminkpad aus Bio-Baumwolle, und ein festes Deodorant im Glas. Hier findet man auch andere Dinge des Alltags, wie einen Rasierer aus Metall mit Edelstahlrasierklingen, Kämme aus Holz, Menstruationstassen, Kaffeefilter aus Stoff und vieles mehr. Ich fülle mir etwas Waschmittel in eines der Gläser, die man dort erhält, und begebe mich zu den Nahrungsmitteln. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt. Von Nudeln, über Reis, Linsen und Müsli, Nüsse, Kerne und getrocknete Früchte, Öl und Gewürze und natürlich auch Süßigkeiten, Tee und Kaffee. Die Nahrungsmittel kann man in Vorratsgläser und Säckchen füllen, die es hier in allen Größen und Formen gibt.

Plastikfrei verpackte Produkte und Lebensmittel von Tante Olga in Köln

Die Zutaten für ein plastikfreies Leben - mit freundlicher Unterstützung von Tante Olga © Jill Gräb

Zuhause angekommen, fällt mir auf, dass sich meine gesamte Kosmetik in Plastikbehältnissen befindet. Eine richtige Alternative habe ich zu Mascara und Co. aus dem Drogeriemarkt noch nicht gefunden. Das heißt dann wohl eine Woche ungeschminkt. Meine Plastiktüten, in die ich oft mein essen einwickele, sind diese Woche auch tabu und mein laktosefreier Joghurt und mein geliebter Hummus aus dem Plastikbecher wohl auch. Ich gehe also auf den Markt. Am Wilhelmplatz bin ich am liebsten, um Obst und Gemüse zu kaufen, zudem gibt es hier auch Verkaufswagen mit Frischetheken, an denen man Fleisch und Käse bekommt. Ich kaufe hier also erst einmal genügend Gemüse für die nächsten Tage. Natürlich lasse ich mir das Gemüse auf die Hand geben und tue es in meinen Jutebeutel. Ich kaufe etwas Käse, den ich in meine Tupperdose tue, die zwar aus Plastik ist, aber die ich nunmal schon seit Jahren besitze. Gekocht wird, was ich frisch eingekauft habe. Inzwischen gibt es ja auch bei den großen Supermarkt- und Discountgeschäften Obst und Gemüse unverpackt und ich entdecke auch einen Hofladen in meinem Veedel und gehe zu The Good Food, um Obst und Gemüse zu kaufen. Etwas schade ist, dass ich tatsächlich merke, wie sehr ich auf die Unverpackt Läden angewiesen bin, denn wo sonst kann man Dinge wie Reinigungsmittel in eigene Behältnisse abfüllen?! Gut, dass es inzwischen aber einige Unverpackt Läden in der Stadt gibt, die dies ermöglichen. Zudem kann man viel von der in Köln sehr aktiven Zero Waste Köln e.V. lernen. Diese schulen nicht nur Unternehmen, nachhaltiger zu arbeiten, und engagieren sich politisch für die Umwelt, sie veranstalten regelmäßig öffentliche Stammtische, geben Workshops, machen Kleidertausch Parties und sind auf einigen Veranstaltungen, wie dem Der Grüne Markt Köln (3. Oktober 2019) vertreten.

Gemüse vom Markt

Am besten kauft man plastikfrei auf dem Markt ein

Gekocht wird, was ich frisch eingekauft habe. Inzwischen gibt es ja auch bei den großen Supermarkt- und Discountgeschäften Obst und Gemüse unverpackt und ich entdecke auch einen Hofladen in meinem Veedel und gehe zu The Good Food, um Obst und Gemüse zu einem von mir gewählten Preis zu erwerben. Etwas schade ist, dass ich tatsächlich merke, wie sehr ich auf die Unverpackt Läden angewiesen bin, denn wo sonst kann man Dinge wie Reinigungsmittel in eigene Behältnisse abfüllen?! Gut, dass es inzwischen aber einige Geschäfte in der Stadt gibt, die dies ermöglichen. Zudem kann man viel von der in Köln sehr aktiven Zero Waste Köln e.V. lernen, diese schulen nicht nur Unternehmen nachhaltiger zu Arbeiten und engagieren sich politisch für die Umwelt, sie veranstalten regelmäßig öffentliche Stammtische, geben Workshops, machen Kleidertausch Parties und sind auf einigen Veranstaltungen, wie dem Der Grüne Markt Köln (3. Oktober 2019) vertreten.

Gemüse auf einem Holzbrett zum kochen

Gemüse schnibbeln und kochen

Nach einer Woche des Versuchs kann ich sagen: In einigen Bereichen, war es absolut machbar und auch wirklich schön, plastikfrei zu leben. Das Einkaufen von Nahrung war ein bewussterer Prozess, den ich mit gutem Gewissen tätigen konnte und der mir umso mehr Spaß gemacht hat. Jedoch... spontane Käufe bleiben dadurch meist aus. Man kann im Supermarkt nicht mehr nach dem erst besten greifen, sondern muss spezielle Quellen aufsuchen, wenn man beispielsweise gerade Gelüste auf Schokolade o.ä. hat. Durch die Bewusstwerdung, wie viel Plastik wir verwenden, wurde mir auch bewusst, wie viele Behältnisse wir generell verwenden. Statt Plastikbehältnisse habe ich somit sehr viele Einweckgläser und Säckchen zu Hause, die ich waschen und tragen muss, wenn ich bestimmte Dinge einkaufen gehe.
Ich appelliere somit generell dafür, bewusster mit dem eigenen Konsum umzugehen und sich selbst darüber im Klaren zu sein, dass wir kontinuierlich Dinge konsumieren, die mit endlichen Ressourcen betrieben und hergestellt werden. Meine Maxime ist nicht, nichts zu konsumieren, meine Maxime kann für mich kann nicht sein, statt Plastik komplett auf andere Ressourcen auszuweichen, meine Maxime ist daher aber aber für mich: Das Mittelmaß ist das Maß aller Dinge.

 

Jill

Ich tue nichts lieber als Köln zu entdecken; die kulturellen Veranstaltungen, die innovativen Ideen und das interessante Stadtbild zu studieren und nachts in der Stadt zu chillen, oder zu lauter Musik zu tanzen. Das ist Köln für mich – ein Ort, den es sich lohnt zu entdecken!