Einkaufshilfen in Zeiten von Corona

Einkaufshilfen in Zeiten von CoronaWir Kölner lassen wirklich keinen allein

Es begann alles mit einem Aushang in der Kölner Innenstadt: Einkaufshilfe für Hilfsbedürftige - von Studierenden für Senioren und Vorerkrankte. Auf dem Nachhauseweg vor knapp drei Wochen stach mir der Flyer der Initiative „The Butterfly Effect“ ins Auge. Kurzerhand habe ich mich bei Fadi Mansour aus München gemeldet, der die Bewegung ins Leben gerufen hat. In Köln gab es zu dem Zeitpunkt noch keine aktive Gruppe. Ob ich die Organisation übernehmen und freiwillige KölnerInnen motivieren möchte, ein Teil der Bewegung zu werden? Und ob! Gesagt, getan: Gemeinsam mit ein paar Freunden verteilten wir die Flyer in der Kölner Innenstadt. Apotheken, Supermärkte, Bäckereien: überall, wo wir Menschen erreichen würden, denen man unter die Arme greifen könnte und natürlich die, die bereit wären, mitzuhelfen. Schon nach ein paar Tagen meldeten sich zahlreiche Freiwillige aus verschiedenen Kölner Veedeln. Insgesamt sind knapp 100 KölnerInnen als Flyerboten oder Einkaufsengel für The Butterfly Effect aktiv. Das Kuriose: Wir sind uns alle nie zuvor begegnet. Lediglich mithilfe unserer Handys und den sozialen Medien halten wir uns auf dem Laufenden. Und doch ist die Bereitschaft in Köln zu helfen groß. Einmal mehr ein Beweis: Wir Kölner lassen wirklich keinen allein. Mittlerweile ist die Initiative aber auch in Augsburg, Berlin, Bielefeld, Düsseldorf und Wuppertal aktiv.

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Die Helfer sind motiviert am Werke! © The Butterfly Effect

Wie das Ganze funktionieren soll?

Der Ablauf ist ganz unkompliziert: Sobald sich Menschen unter der Nummer auf dem Flyer melden, vermittele ich Sie an Freiwillige aus der Kölner Gruppe. Da wir uns absichern wollen, nehmen wir die Personalien der EinkaufshelferInnen auf und teilen den Hilfesuchenden die jeweiligen Vor- und Nachnamen telefonisch mit. Nach Absprache werden diese von den Freiwilligen kontaktiert, geben die Details für die Besorgung durch und der Einkaufshelfer kann loslegen. Lebensmittel, Medikamente oder Postgänge - regelmäßig oder nach Absprache. Wir richten uns da komplett nach den Wünschen der Hilfesuchenden und nach den Kapazitäten der Freiwilligen.

Denn he hält m'r zosamme

Gleichzeitig ist es nicht immer einfach, Menschen auf unsere Initiative aufmerksam zu machen. Für viele ist es schwer, in so einer Situation Hilfe anzunehmen. Das wissen die Freiwilligen und möchten gerade deshalb etwas zurückgeben. Viele haben selbst hilfsbedürftige Großeltern gehabt und wissen daher, wie schwierig es ist, alleine einkaufen gehen zu müssen. Das besondere an Köln ist, dass es sehr viele unterschiedliche Nachbarschaftshilfen gibt. Und das ist auch gut so. Schließlich ist das kein Wettbewerb. Denn wenn wir auch nur einigen Wenigen helfen können, so haben wir schon einen Beitrag geleistet.

Dieser Artikel ist als Gastbeitrag durch Viktoria Willmann von The Butterfly Effect entstanden.

Redaktion