In Köln haben wir klare Lieblinge, wenn man sich im ABC umsieht. Ganz vorne – nicht nur im übertragenen Sinn – steht in der Stadt das K. Und auch wenn die Verkehrsbetriebe noch ein V dazwischen mogeln – das B ist für die Kölner der einleitende Buchstabe für echte kölsche Levensart.
Noch nicht überzeugt? Hier die Beweisführung.

Büggel, Beutel

Der Büggel

In Köln ist die gute Jute nicht erst seit es Hipster gibt salonfähig. Der Büggel ist das Karnevalsaccessoire Nr. 1, wichtigster Begleiter beim Rosenmontagszug, Einkaufsbutler, Umweltschoner und Alltagshilfe. So viel Liebe wie in dem Wort Büggel steckt – es klingt fast erotisch zu sagen: „Hast du auch an den Büggel gedacht?“ „Ich mach et nit ohne minge Büggel.“

Kiosk, Büdchen

Das Büdchen

Mein Volontariat habe ich in Mittelfranken gemacht – in Nürnberg. Nürnberg liegt in Bayern und in Bayern herrscht nach Mitternacht ein Verbot zum Verkauf von Alkohol. Bis morgens um sieben gibt es keine Möglichkeit, den Kasten Bier nachzukaufen, der vielleicht gerade auf der zu sparsam geplanten Grillparty mit den Corona-Kumpels fehlt. Außerdem gab es in Nürnberg in 2010 im gesamten Innenstadtkern nicht ein einziges Büdchen. Nicht. Ein. Einziges. Mit Arbeitszeiten von morgens um  neun bis abends um neun ist da der Einkauf in der Mittagspause unumgänglich. Denn ein Büdchen – dieser heilige Ort, an dem man zu jeder Tages- und Nachtzeit alles kaufen kann, was tröstet und überlebenswichtig ist – egal, ob Schokolade, Gummibärchen, Prosecco, Zahnbürste oder Kondome – diese großartigen Institutionen der Menschlichkeit gab es in Nürnberg schlicht weg nicht. Hier kommt also eine kurze Huldigung: Liebe Büdchenbesitzer und Nachtschichtschieber – dafür, dass ihr immer da seid, wenn wir euch brauchen. Dafür, dass ihr plant und einkauft und uns auch dann ertragt, wenn wir im Einhornkostüm Konfetti in eurem Laden schmeißen und einen kleinen Feigling verlangen. Dafür, dass ihr Klopapier und Tampons habt, wenn wir unter DM-Demenz leiden. Danke für alles. Ihr seid die Besten.

Baustelle

Die Baustell

Köln ist voller Baustellen. Sicher mehrere Tage könnt ihr Ausflüge machen, wenn ihr euch die Größten als Ziel vor nehmt. Ein paar Tipps für Köln Neulinge: Oper, MiQua, Historisches Archiv – da geht’s überall mächtig voran.

Blutwurst

Die Blootwoosch

Himmel und Äd ist ein äußerst traditionelles Gericht der kölschen Küche. Wer in diesem Sommer auf exotische Versuchungen und neue Geschmackserlebnisse im Urlaub verzichten muss – dem ist der mutige Schritte hin zu traditionsreichen Kölner Klassikern zu empfehlen. Back to the routes – und damit meinen wir nicht Wurzelgemüse.

beule

Der Blötsch

„Et hätt noch immer jot jejange.“ Das sagt auch das kölsche Grundgesetz. Und versteckt in diesem schönen kölschen Mundartsatz den Blötsch. Denn etwas, dass gerade noch so gut geht, das bekommt häufig mal eine Delle, eine Katsche – eben einen Blötsch. Persönlich muss ich sagen, dass das Wort Blötsch so sympathisch klingt; wenn ich eine Delle im Auto hätte – allein das Wort Blötsch zu verwenden, würde diese Delle weniger schlimm machen. Es klingt so harmlos, dass man es in den Arm nehmen möchte. Der Blötsch, dieser liebenswerte kleine Fehler in der Matrix. Der tut keinem was und dass er da ist, ist eigentlich auch ganz ok. Keiner ist perfekt! Die Corona-Pandemie ist sicher irgendwann vorbei – und hoffentlich können wir auch dann sagen: Et is ma widder jot jejange. Mer han nor ne Blötsch.“

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden!

Ida

Ida wohnt in Köln Klettenberg und liebt diese Stadt für ihre Herzlichkeit. Sie schreibt Bücher unter dem Pseudonym Ida Universum, um damit Aufmerksamkeit zu erregen, denn sie weiß: wer schreibt, der bleibt. Hoffentlich in den Köpfen und Herzen der Menschen.