Fünf gruselige Orte in Köln

Fünf gruselige Orte in KölnDie Top-List mit Gänsehaut-Garantie

In Köln spukt es - und das nicht nur an Karneval, wenn der Geisterzug um die Häuser zieht. Rechtzeitig zur Herbstzeit haben wir fünf Orte und Stories mit Grusel-Faktor für euch recherchiert. Wer zart besaitet ist, sollte jetzt vielleicht lieber weiter surfen. Alle anderen dürfen Platz nehmen und unseren Geschichten aus der (Dom-) Gruft lauschen.

Gruselige Reliquien - Die Knochenkammer von St. Ursula

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© Celina Albertz

Wusstet ihr, dass unweit des Kölner Doms, nur wenige Schritte vom geschäftigen Treiben des Hauptbahnhofs entfernt, die Knochen von elftausend ermordeten Jungfrauen lagern? So jedenfalls lautet die Legende. Die romanische Basilika St. Ursula ist der gleichnamigen Märtyrerin Ursula und ihren Gefährtinnen geweiht. Glaubt man der kirchlichen Überlieferung befanden sich die jungen Frauen auf einer Pilgerreise durch Europa, als sie ca. 300 nach Christus in das von Hunnen belagerte Köln kamen und von den "wilden Horden" grausam ermordet wurden. Der Grund? Sie weigerten sich die "Heiden" zu ehelichen.  Auch wenn inzwischen fraglich ist, ob die Knochen in der Kirche wirklich von Ursula und ihrem Gefolge stammen, ist der Anblick der "Goldenen Kammer" schauderhaft schön. Die Wände des Reliquien-Schreins sind bis unter die Decke mit kunstvollen Knochenmosaiken geschmückt.

Berüchtigtes Spukhaus - Villa Oppenheim

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© Celina Albertz

Die Villa Oppenheim, auch Haus Fühlingen genannt, ist Kölns bekanntestes Spukhaus. Um das alte Herrenhaus auf der Neusser Landstraße ranken sich viele düstere Sagen und Legenden. Selbsternannte Geisterjäger und Grusel-Fans berichten regelmäßig von schattenhaften Erscheinungen und unheimlichen Geräuschen. Im Internet kursieren zahlreiche Videos und Fotos vom Inneren des Hause - obwohl es eigentlich streng verboten ist, das baufällige Gemäuer zu betreten. Wer oder was hier genau sein Unwesen treibt, ist umstritten. Man munkelt, dass auf dem Gelände des alten Gutshofes 1943 ein polnischer Gastarbeiter ermordet wurde, der bis heute keine Ruhe findet. Gerüchteweise soll es in der Villa außerdem mehrere Selbstmorde gegeben haben. Erst 2017 ist auf dem Grundstück ein mysteriöser Grabstein aufgetaucht. Niemand weiß, wie er dort hingekommen sein könnte.

Poller Wiesen - Doppelmord am Rheinufer

© Instagram @skeye_photo

Die idyllischen Poller Wiesen wurden im September 1803 zum Schauplatz eines grausamen Verbrechens. Zwei aus dem Elsass stammende Frauen, die Schwestern Barbara und Katharina Ritter, wurden am Rheinufer grausam ermordet. Das blutige Messer entsorgte der Täter im Rhein, während er die Leichen einfach im Gestrüpp liegen ließ. Der Doppelmord blieb nicht lange ungesühnt. Schnell verdichteten sich die Hinweise gegen den Kölner Pfarrer Peter Joseph Schäffer, der die Tat kurz nach seiner Festnahme im Verhör gestand und noch im selben Jahr hingerichtet wurde. Schäffer letzte Worte, bevor er in Aachen durch die Guillotine den Tod fand, sollen folgende gewesen sein: „Ich bin der erste Priester, der so eine schreckliche That begieng, ich hoffe, dass ich auch der letzte seyn werde“. Der mordlustige Pfarrer ging als  "Vampyr im Priestergewand“ in die deutsche Kriminalgeschichte ein.

Severinsbrücke - Geheimes Grab am Grund des Rheins

© Lucas Carl

Im September 1956 kam es beim Bau der Severinsbrücke zu einem schrecklichen Unfall. Laut offiziellen Berichten verloren damals fünf Arbeiter bei der Konstruktion des mittleren Brückenpfeilers ihr Leben. Aber waren es wirklich nur fünf? Und wurden wirklich alle Opfer geborgen? Bereits kurz nach dem Unglück kamen diesbezüglich Zweifel auf. Man munkelte, dass in Wahrheit sechs Brückenarbeiter verschüttet wurden und dass mindestens ein Toter in den Trümmern zurückblieb. Gibt es also mitten in der Stadt ein geheimes Grab? 2016 stieß der Filmemacher Hermann Rheindorf bei Recherchen für eine Dokumentation über die Brücken Kölns auf Zeugenaussagen, die diese Gerüchte zu bestätigen scheinen. So sagte beispielsweise ein pensionierter Hafenarbeiter, er wisse von einem Angestellten der Baufirma, dass 1956 definitiv nicht alle Opfer geborgen werden konnten. Auch der Architekt der Brücke soll seiner Familie gegenüber den Vorfall bestätigt haben. Bis heute ist ungeklärt, ob damals tatsächlich Arbeiter unter dem Betonpfeiler begraben wurden. An der Brücke befindet sich nicht einmal eine Gedenkplakette.

Keupstraße 95 - Wo der Vampir von Düsseldorf seinen ersten Mord beging

© Francesco Mauritz

Peter Joseph Schäffer war unglücklicherweise nicht der letzte "Vampir", der im Rheinland sein Unwesen trieb. Ein gutes Jahrhundert später versetzte ein anderer brutaler Mord die Kölner Bevölkerung in Angst und Schrecken. Peter Kürten, der später als "Vampir von Düsseldorf" bekannt werden sollte, begann seine Mordserie im Mai 1913 in einer Mülheimer Gastwirtschaft. Sein Opfer war die neunjährige Tochter des Inhabers, die er im Schlaf erwürgte. Das von außen unscheinbare Gebäude steht noch immer und befindet sich heute mitten auf der belebten Keupstraße (früher Wolfstraße). Nach seiner Verurteilung und anschließenden Hinrichtung im Kölner Gefängnis Klingelpütz, wurde Kürtens Körper eingehend von Ärzten und Wissenschaftlern untersucht. Weil man das Gehirn des Serienmörders genauer inspizieren wollte, wurde seine Leiche außerdem ohne Kopf bestattet. Kurioserweise kann Kürtens mumifizierter Schädel bis heute in einem US-amerikanischen Museum besichtigt werden. Wie das gerichtsmedizinische Exponat nach dem zweiten Weltkrieg von Deutschland auf die andere Seite des Atlantiks gelangte, ist in den Wirren der Geschichte verloren gegangen.

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden!

Celina

Celina ist im Agnesviertel zu Hause. Ihr Herz schlägt für guten Kaffee, Plattenläden und Trödelmärkte. Am Wochenende findet man die gebürtige Hamburgerin meist auf Konzerten oder in einer der zahlreichen Kneipen ihrer Wahlheimat.