Die Kölner Heinzelmännchen

Die Kölner HeinzelmännchenDie Sage mit dem Traum vom faulenzen

Putzen ist in Köln vielleicht sogar noch nerviger als an allen anderen Orten der Welt, denn glaubt man der bekannten Kölner Sage, gab es in früheren Zeiten für nervige arbeiten hilfreiche Zwerge, die man Heinzelmännchen nannte. 

Natürlich erfreuten sich die kleinen Helfer großer Beliebtheit und deshalb bedankten sich die Leute mit Milch und Essen, vielleicht wurde ihnen sogar hin und wieder mit einem frischen Kölsch gedankt. So weit so gut! Nur leider weiß ja jeder Kölner und jede Kölnerin, dass wir heutzutage selbst zu Schrubber und Besen greifen müssen. Auch dafür hat die Sage eine Erklärung.

Die neugierige Frau des Schneiders

Genauso neugierig wie manch ein Nachbar ist im Werk des Kölner Schriftstellers Ernst Weyden (1805-1869) auch die Frau des Schneiders. Während sich der Schneider bei einem Großauftrag für den Bürgermeister noch ganz auf die Hilfe der Heinzelmännchen verlässt, streut seine neugierige Gattin Erbsen auf die Treppe und versteckt sich danach in einer dunklen Ecke. Ihr Plan geht auf und nach lautem Gepolter sieht die Schneiderin am Treppenende einen verknoteten Haufen voller Heinzelmännchen. Dann sprach ein Heinzelmännchen das bittere Machtwort, unter dem wir Kölner heute noch alle leiden müssen: „Das werdet Ihr bitter bereuen, Frau! Eure elende Neugier kommt Euch teuer zu stehen!“ Die Heinzelmännchen verschwanden nach dem Desaster mit der Treppe und wurden bis heute nicht mehr gesehen.       

Alle an die Arbeit

Heutzutage müssen wir Kölner also wieder genauso selbst arbeiten wie die Leute in London, Paris oder Berlin. In diesem Sinne erhebe ich meinen Mopp zum Frühjahrsputz und verfluche die neugierige Frau des Schneiders.

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden.
Mathes

Mathes ist einer der beiden Gründer von Geheimtipp Köln und ist immer auf Entdeckertour in Köln unterwegs. Er liebt die Kölner Veedel und ist immer auf der Suche nach schönen Märkten und neuen Food Ideen.