Jahresrückblick 2018

Jahresrückblick 2018Das hat uns dieses Jahr gar nicht gefallen in Köln!

Dass es 2018 viel Schönes in Köln zu sehen und erleben gab, haben wir euch ja bereits im ersten Teil unseres Jahresrückblicks gezeigt.
Allerdings gab es dieses Jahr auch viele Sachen, die uns gehörig genervt haben. Im zweiten Teil des Jahresrückblicks berichten wir euch heute, was uns gestresst, verärgert oder auch einfach nur traurig gemacht hat.

Jecke Pferde

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz

Der Kölner Karneval ist ja vieles, aber mit Sicherheit keine ruhige Veranstaltung. Gerade beim Rosenmontagszug herrscht in der Regel ein Höllenlärm. Laute Musik, fliegende Kamelle und jubelnde Massen - was schon bei manchen Menschen einen Fluchtreflex auslöst, stellt für Tiere nochmal eine besondere Belastung dar. Tierschützer fordern deshalb schon lange ein Verbot von Pferden bei Karnevalsumzügen. Vor dem Hintergrund des Kutschenunfalls im Februar, beim dem vier Menschen verletzt wurden, fragen wir uns als tierliebe Jecken: Müssen Pferde beim Zoch wirklich sein? Ist Tradition wirklich wichtiger als das Wohlergehen von Tier und Mensch?  Fakt ist, selbst für gut vorbereitete und speziell trainierte Pferde ist die Belastung beim Karnevalsumzug sehr hoch. Ein Restrisiko bleibt.

Janz Kölle hät durscht

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz

Wenn man an den Sommer 2018 denkt, fängt man fast schon aus Reflex wieder an zu schwitzen und das aus gutem Grund. Geschwitzt wurde in Köln dieses Jahr nämlich von Ende April bis September und das hatte ordentliche Auswirkungen auf Köln und sein Umland!
Beispielsweise war der Grüngürtel so ausgetrocknet, dass er von manchen schon im Scherze als „Braungürtel“ betitelt wurde. Der Verlust des „Grüngürtels“ mag noch keine größeren Auswirkungen  auf unser Leben gehabt haben, aber spätestens die durch den fehlenden Regen verursachten Ernteeinbuße zeigten, dass wir auf unseren Planeten aufpassen.
Aber nicht nur die Pflanzen hatten es schwer. Eigentlich waren die Kölner den ganzen Sommer nur auf der Suche nach Schatten, Wasser oder einen höheren Lichtschutzfaktor um der dauerbrennenden Sonne Paroli bieten zu können. In der Stadtbahn war es wie in einer finnischen Sauna und der Rhein war so schlank, wie ein Pariser Topmodel. Was am Anfang noch nett war und zum Grillen einlud, wurde irgendwann doch sehr beängstigend. Und so stellen wir uns die Frage, die im Jahrhundertsommer 2018 oft gestellt wurde: „Ist das noch normal?“

Es hat sich vorerst ausgegondelt!

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz

© Facebook | Kölner Seilbahn

Die Kölner Seilbahn, die nahe der Zoobrücke über den Rhein verläuft, wurde dieses Jahr nicht mehr in Betrieb genommen. Dort gab es zuletzt im Juli 2017 einen Zwischenfall, der dazu führte, dass 65 Fahrgäste in einer großen Rettungsaktion aus den Gondeln gerettet werden mussten. Wie ein Gutachten ergab, verfing sich das Sicherheitsseil aufgrund hohen Windaufkommens in einer der Gondeln. Zwar versuchte die Kölner Seilbahn-Gesellschaft die beliebte Attraktion für dieses Jahr wieder in Betrieb zu nehmen, man entschied sich jedoch dagegen, da nicht alle Sicherheiten gegeben seien, um wieder zu eröffnen. Nun können wir nur hoffen, dass im nächsten Sommer wieder über den Rhein geschwebt werden kann.

Mietwahnsinn

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz

Nicht entgangen sind uns die explosionsartig angestiegenen Mietpreise in Köln. Diese, gepaart mit der generellen Wohnungsknappheit in Köln, machen es Erstsemestern wie auch alteingesessenen Kölnern, die umziehen möchten oder müssen, inzwischen ungeheuer schwer eine bezahlbare Wohnung zu finden. Möchte man in der Innenstadt oder in Stadtteilen wie dem Belgischen Viertel, der Südstadt, Nippes, dem Agnesviertel, oder Ehrenfeld wohnen, muss man hohe Mieten zahlen und obendrein viel Geduld haben, um überhaupt eine Wohnung zu finden.
Hinzu kommt die anhaltende Gentrifizierung, die ehemalige Arbeiterviertel nach und nach in Yuppie-Paradiese verwandelt. Das unfreiwillige Aushängeschild dieses Phänomens ist, klar, Ehrenfeld.  Die Neubauten haben nichts mehr von dem alten, etwas heruntergekommenen aber alternativen Charme, der das Veedel zuletzt so bekannt und beliebt gemacht hat.

Der Peter zieht den Hut

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz Millowitsch Underground geiseldrama

© Millowitsch | Facebook

Es gab in Köln schon einige traurige Gesichter, als im März nach 82 Jahren, das berühmte Millowitsch Theater seine letzte Vorstellung auf die Bühne gebracht hatte! Das Theater auf der Aachener Straße wurde bereits 1936 gegründet und prägte dank seines Namensgebers Willi Millowitsch lange das Kölner Stadtbild! Nach dem zweiten Weltkrieg sorgte sogar der Bürgermeister Konrad Adenauer mit den Worten „Ich will, dat Se so bald wie möglich wieder Theater spielen können. Die Leute sollen wieder wat zu lachen haben“ dafür, dass es schnell wiederaufgebaut wurde. Gelacht wurde viel in dem Volkstheater im Belgischen Viertel aber weil der Theaterbetrieb nur aus privaten Renten-Rücklagen weiter aufrechterhalten konnte, entschied sich Peter Millowitsch schweren Herzens, den Schlussstrich zu ziehen. Natürlich kennen und lieben wir alle das Theater, ob aus den Fernsehübertragungen oder als Gast mit der Familie im Saal. Aber wir sollten nicht nur traurig sein, weil in dem Gebäude weiter Theater gespielt wird! Also lasst doch Netflix mal wieder aus und besucht die Volksbühne am Rudolfplatz. The show must go on!

Kein durchkommen

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz

Viele Kölner schauten ganz schön blöd aus der Wäsche, als im November das Fahrverbot für Diesel auch unsere Domstadt erwischte. Dabei könnte doch alles so einfach sein.
Schaut man zu unseren Nachbarn nach Österreich, dann sieht man, wie man mit einfachen Mitteln das Verkehrsproblem in den Städten lösen kann. Wien hat beispielsweise das 365€-Ticket eingeführt, mit dem man für 1€ /Tag den ÖPNV nutzen kann. Zudem hat die Stadt die Parkgebühren in der Innenstadt extrem angehoben, was den Stadtbesuch mit dem Auto zusätzlich unattraktiver macht. Ziel ist es, den Verkehr „organisch“ aus der Stadt zu halten und die Straßen leerer zu bekommen.
Und was kann man eindeutig besser in der Stadt, wenn weniger Autos da sind? Richtig, Fahrrad fahren. Denn das gestaltet sich in Köln oftmals als Problem. Entweder es sind gar keine Fahrradwege vorhanden, viel zu schmale oder auch plötzlich endende – als Fahrradfahrer in der Domstadt fährt man gefährlich.
Zudem wird leider oftmals die vorhandene Infrastruktur auch noch von Autos blockiert, so dass die initiative „Aufbruch Fahrrad“ im Sommer eine tolle Aktion startete. Auf der Vogelsangerstraße (auf Höhe des Grüngürtels) parkte tagelang ein PKW auf dem Fahrradweg und aus diesem Grund kam die Initiative mit einem langen roten Teppich zu dem Auto und führte somit den Fahrradweg auf dem Auto einfach fort – die Story ging durch alle Medien und es wurde viel über das Thema diskutiert.
Wir hoffen, dass solche Aktionen weiter für Aufmerksamkeit sorgen und sich die Situation für Fahrradfahrer in Köln endlich verbessert.

Gotham City am Rhein

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz

Köln zählt zu den unsichersten Orten in Deutschland. Mit dieser "Tatsache" konfrontierte uns Ende November eine Regionalstudie des Magazins "Fokus". Platz 400 von 401. Unsicherer ist nur das berühmt berüchtigte Neumünster in Schleswig-Holstein. Und wir alle so "HÄ"? Klar, Köln ist eine Großstadt mit den üblichen Großstadtproblemen.. aber seien wir doch mal ehrlich. Die wenigsten von uns fürchten täglich auf dem Weg zur Arbeit um ihr Leben. Wir fühlen uns eigentlich ganz wohl.. solange wir in den frühen Morgenstunden die Unterführung am Ebertplatz meiden. Also wie kommt's? Weshalb das miese Ergebnis? Für den Kölner (!) Sozialwissenschaftler Wolfgang Steinle, dem wir die Studie zu verdanken haben, ist Sicherheit ein komplexes Phänomen. In die Bewertung flossen deshalb nicht nur Statistiken zu Gewaltverbrechen und Einbrüchen, sondern auch kleinere Vergehen wie Schwarzfahren und sogar die Arbeitslosenquote ein. Unsere Angst vor Schwarzfahrern und Arbeitslosen hält sich eigentlich in Grenzen. Wie sieht's bei euch aus?

Spürbar anders?!

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz

 

Was ein Jahr! Wir erinnern uns gerne an den letzten Spieltag der Vorsaison zurück, an dem wir durch das 2:0 gegen Mainz, uns unsterblichen machten und nach 25 Jahren wieder nach Europa einzogen.
Es hätte alles so schön sein können, alles war angerichtet für einen Triumphzug durch Europa, der im September mit dem Faneinzug von 30.000 Kölnern in London begann.
Alles sollte spürbar anders verlaufen als sonst, doch die anfängliche Euphorie wurde schnell und hart gebremst. Zum Jahreswechsel stand der Eff Zeh mit 6 Punkten auf der Habenseite abgeschlagen am Tabellenende. Man hatte sich dann doch ein wenig vom „Erfolg“ und den „Modeste-Millionen“ blenden lassen und etwas amateurhaft verstärkt und so wurde schnell klar, irgendwie ist doch alles nicht so spürbar anders, als alle am Anfang noch dachten. Und spätestens jetzt wissen wir, ob Cypern-Deal, Fax-Transfer oder Modeste-Deal – die Zeiten ändern sich, aber das Gefühl bleibt.

Eine neue U-Bahn

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz

Die Stadt will mal wieder bauen. Das wichtigste Verkehrsprojekt der kommenden Jahrzehnte wird der Ausbau der Ost-West-Achse Kölns werden. Dabei wird seit Langem diskutiert, ob die neue U-Bahn Strecke nun lediglich vom Heumarkt zum Aachener Weiher verlaufen soll oder doch größer werden soll.
Die SPD plädiert für eine ober- und unterirdische Strecke, die von Deutz unter dem Rhein her, bis zum Eisenbahnring am Aachener Weiher verlaufen soll. Ein doch sehr riskantes Unterfangen. Die FDP dagegen möchte den Tunnel mit einer Abzweigung bis zur Dürener Straße erweitern. Die KVB lädt die Bürger zur Abstimmung ein und eine Abstimmung (Express.de) ergab, dass die Mehrheit der Bürger ebenfalls für den Ausbau einer Ost-West-Achse ist. Nun ist die Frage, wohin diese Linie führen soll und keiner will diese Entscheidung treffen. Auto- und Bahnfahrer dürfen sich jedoch im nächsten Jahr schon einmal auf Einschränkungen im Verkehrsverlauf freuen.

Geiseldrama am Hauptbahnhof

Jahresrückblick Köln 2018 Poldi Müll Sommer Hitze Schwimmen Nachhaltig Gut Tipp Geheimtipp Das beste Ebertplatz

© Facebook

Der Kölner Hauptbahnhof ist gewissermaßen das Herz der Stadt. Wenn dieser zentrale Verkehrsknotenpunkt aus dem Takt gerät, dann hat das Auswirkungen auf die ganze Region. Tausende Pendler und Reisende steigen hier täglich aus und um. Im Oktober stockte ganz Köln kollektiv der Atem, als es hieß "Brandanschlag und Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof". Wie viele Andere saßen auch wir an diesem Nachmittag im Redaktionsbüro, aktualisierten im Minutentakt Twitter und bangten um das Wohlergehen der Menschen vor Ort. Der 15. Oktober war ein schwarzer Tag für Köln, den wir so schnell sicher nicht vergessen werden. Auch wenn das Schlimmste verhindert werden konnte und niemand ums leben kam, bleiben bei den Betroffenen mit Sicherheit körperliche und emotionale Narben zurück.

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden!

Redaktion