Jubel, Trubel, Heiterkeit

Jubel, Trubel, HeiterkeitMuss ich mich schämen, wenn ich Weihnachtsmärkte toll finde?

It’s that time of the year again: Die Tage werden kürzer, die Lichter auf den Kölner Straßen bunter und die Menschenmassen in der Stadt immer größer – die Weihnachtsmärkte haben eröffnet! Doch in beliebten Zeiten von Nachhaltigkeit, Achtsamkeit und Konsumeinschränkung darf man sich ja kaum noch positiv über die hell erleuchteten Stände und den Duft von Glühwein in der Luft äußern, ohne ordentlich Shitstorm zu ernten. Aber wisst ihr was? Ich tu’s trotzdem. 

Weihnachten, Köln, Weihnachtsmarkt, Glühwein

Endlich wieder Punsch © Unsplash

Weihnachtsmarkt olé! Aber wer kommt noch mit?

Auch ich bin ein Fan von weniger einkaufen, von bewusster genießen und von gesundem Alleinesein. Aber ich liebe diese Zeit des Jahres einfach zu sehr, um mir den Besuch auf dem Weihnachtsmarkt schlecht reden zu lassen. „Da wird nur Schrott verkauft!“, „Für so einen kurzen Zeitraum wird auf den Märkten viel zu viel Müll produziert!“ oder „Diese vielen Menschenmassen machen mich aggressiv!“ höre ich zu genüge auf meine Frage „Wollen wir später noch auf den Weihnachtsmarkt gehen?“. Jeden Tag. Von Freunden, Bekannten und Familie. Und trotzdem versuche ich es immer wieder. Nicht, weil ich jemanden bekehren möchte. Sondern weil ich ihnen zeigen möchte, dass nicht alles schlecht daran ist. (Und natürlich, weil ich der absolute Anti-Grinch bin).

Weihnachten, Köln, Weihnachtsmarkt, Glühwein

Es weihnachtet sehr © Unsplash

Ein Weihnachtsmarkt ohne Menschen? Ein trauriger Haufen Holzbuden.

Mal ganz ehrlich: Wer kann diesem Sammelsurium aus wundervollen weihnachtlichen Gerüchen schon entgehen? Gebrannte Mandeln, Feuerzangenbowle und Champignons mit Knoblauchsoße gehören genauso zum Weihnachtsmarkt wie die verschiedensten Crépesgerüche oder die Duftnote vom Langos-Stand. Und auch die vielen Menschen gehören eben zum Weihnachtsmarkt – was wären die Märkte auch ohne ihre Besucher? Ohne die zufriedenen und lachenden Gesichter der Besucher? Einfach ein trauriger Haufen Holzbuden.
Und ja, die Weihnachtsmärkte in Köln sind voll. Und ja, oft muss man ewig anstehen wenn man einen neuen Glühwein haben oder aufs Klo gehen möchte. Und ja, natürlich bin auch ich mal genervt von der Gruppe, die einfach mitten auf dem Markt vor meinen Füßen stehenbleibt und allen den Weg versperrt. Aber mir ist es das wert. Ich liebe es, mir aus der Menge die weißen Sterne in den Bäumen am Markt der Engel am Neumarkt anzuschauen oder über die alternativeren Stände auf dem Weihnachtsmarkt im Stadtgarten zu schlendern. Dieses besondere Flair vom Weihnachtsdorf am Rudolfplatz oder das hängende Lichterzelt am Dom.

Weihnachten, Köln, Weihnachtsmarkt, Glühwein

Oh es riecht gut © Unsplash

Jetzt mal ganz ehrlich - so schlimm ist es doch auch nicht, oder?

Man muss sich einfach drauf einlassen. Man muss auch nicht alles toll finden – aber sich während der Adventszeit wegzusperren, weil Menschenmassen einem auf die Nerven gehen oder man die Konsumgesellschaft nicht weiter unterstützen möchte, ist auch kein Ausweg. Schließlich geht es um das Fest der Liebe, das wir doch – auch wenn wir es vielleicht nicht zugeben wollen – eigentlich alle ganz okay finden. Oder?

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden!

Jaci

In Köln habe ich mich vor langer Zeit verliebt – und bin von der Domstadt immer noch so begeistert, wie am ersten Tag. Ich liebe es in Ehrenfeld zuhause zu sein, aber auch andere Veedel meiner Wahlheimat zu entdecken. Über Flohmärkte schlendern, Indie-Konzerte genießen oder in der Sonne Tee trinken machen mein Köln-Feeling aus.