Wenn man auf der Suche nach Design und Handwerk in Köln ist, in welchem Veedel schaut man sich dann um? Richtig! In Zollstock, wo sonst. Etwas versteckt in einem Hinterhof zwischen eher untrendigen Geschäften wie einem Nagelstudio und einer Spielhalle, finde ich den Eingang zum Atelier von Florian und Sebastian.

Seit der Gründung ihres Designstudios „kaschkasch“ geht es für die beiden Jungs bergauf. Schon während Ihres gemeinsamen Studiums in Münster wussten die beiden, wo sie hinwollten. Und hatte man 2011 noch den Traum, irgendwann in der Zukunft für renommierte Möbel- und Leuchtenfirmen zu arbeiten, so können die Beiden heute rückblickend sagen, genau da sind sie angekommen.
Die beiden Jungdesigner entwerfen heute für viele verschiedene große internationale Unternehmen. Von der schlichten stillvollen Lampe „Cap“ bis hin zur ganzen Sofalandschaft „Cosima“.

© Thomas Wiuf Schwartz

Klar und schnörkellos.

Ihre Entwürfe entstehen in intensiven Prozessen. Angefangen beim gemeinsamen Brainstormen, über erste Entwurfsskizzen bis hin zum Prototypen. So ein Prozess kann gerne mal mehrere Monate dauern. Geburtsstätte und Herzstück ihrer Ideen ist ihr Atelier. Es ist nicht besonders groß, aber praktisch. Ihre Einrichtung besteht größtenteils aus eigenen Entwürfen. Kein Protz, sondern funktionsmäßige Einrichtung. Ihr Atelier spiegelt auch ihr Standing zum Design wieder. Klar und schnörkellos.

„Wir entwerfen einfache, praktische Alltagsdinge in konsequent reduzierter Formensprache. Nicht mehr und nicht weniger.“

Florian Kallus (Gründer kaschkasch)

© Thomas Wiuf Schwartz

Wo damals die Pferde standen

Während Sebastian mir das Atelier zeigt, erzählt er und ich höre interessiert zu. Das Atelier war früher eine alte Sattlerei. Und als er mich durch den kleinen Hinterhof führt, um mir die kleine Werkstatt zu zeigen, berichtet er, dass dies früher der alte Pferdestall gewesen sei. Ich muss ein wenig schmunzeln und stelle mir vor wie es hier früher ausgesehen haben muss. Wo damals die Pferde standen, werden heute die ersten Prototypen vom Papier in die Wirklichkeit umgesetzt.

© Thomas Wiuf Schwartz

Versteckspiel mit den Großen

Und der Name, frage ich? Florian guckt mich an und sagt: „Da gibt es zwei Versionen zu. Eine romantische und eine recht plausible. Die Plausible ist schnell erzählt. Zwei Jungs, zwei Nachnamen (Kallus&Schneider), ein Name - kaschkasch. Für die, denen das zu banal ist, kommt noch die Bedeutung aus dem französischen hinzu. Kaschkasch, was lautmalerisch wiedergegeben soviel wie Versteckspiel bedeutet.“

Neben zahlreichen Design-Awards haben die Beiden schon diverse Lizenzverträge mit namenhaften Möbelmarken. Und das nach so kurzer Zeit.

Unser Tipp

Sichert Euch ein Teil von kaschkasch und freut Euch in eine paar Jahren darüber, einer der Ersten gewesen zu sein, die die Kölner kannten.

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden.
Max

Max ist einer der beiden Gründer von Geheimtipp Köln und schreibt eigentlich über alles, was er bei seinen Streifzügen durch die City entdeckt. Ein besonderes Faible hat er für gute Bars & Restaurants, liebt aber auch die unzähligen grünen Ecken in der Stadt.