Keine Panik!

Keine Panik!7 Tipps für den Umgang mit der Corona Krise in Köln

Nordrhein-Westfalen gehört zu den Bundesländern, die am stärksten von der Ausbreitung des Corona Virus betroffen sind. Das öffentliche Leben ist infolge der Krise stark eingeschränkt. Schulen und Kitas bleiben vorerst geschlossen, der Semesterstart an den Hochschulen ist nach hinten verschoben und die Stadt Köln hat bis zum 10. April alle Veranstaltungen gecancelt. Kinos, Theater, Spielhallen, Wettbüros, Clubs und Bars im Stadtgebiet stellen den Betrieb ein. Das selbe gilt für Restaurants, Fitness-Studios und Schwimmbäder. Selbst Gottesdienste werden abgesagt. Auch die KVB reagiert: ab Mittwoch fahren alle Busse und Bahnen nach einem angepassten Samstagsfahrplan. Viele Kölner, darunter auch wir, arbeiten mittlerweile von zu Hause aus. Als Stadtmagazin würden wir euch an dieser Stelle normalerweise die besten Veranstaltungstipps und Locations für die ersten sonnigen Frühlingstage präsentieren. Weil die gegenwärtige Situation aber alles andere als "normal" ist, haben wir uns stattdessen dazu entschieden das Thema "Corona in Köln" offen anzugehen und den Redaktionsplan einmal komplett umgeschmissen. Unser Mantra für den Umgang mit der Krise? Keine Panik! Hier sind sieben Dinge, die ihr tun könnt, um gut durch die nächsten Wochen zu kommen und denjenigen zu helfen, die besonders betroffen oder gefährdet sind.

Zu Hause bleiben!

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Anders als in Italien und Österreich gibt es in Deutschland noch keine Ausgangssperre. Viele Kölner bleiben in ihrer Freizeit trotzdem zu Hause - freiwillig. Warum nicht? Clubs, Bars und Kinos haben ohnehin geschlossen. Veranstaltungen sind abgesagt. Selbst die Muckibude hat dicht. Die selbst gewählte Quarantäne kann auch als Chance begriffen werden. Wer seit Monaten auf eine Gelegenheit wartet, das mittlerweile angestaubte Buch auf dem Nachttisch fertig zu lesen oder das Wohnzimmer  zu renovieren, hat jetzt die nötige Zeit dafür. Lernt eine Fremdsprache, betrinkt euch mit euren Freunden via Videokonferenz, startet einen Serienmarathon, zockt bis der Arzt kommt - egal. Hauptsache ihr bleibt gesund. Gegen den Lagerkoller helfen gelegentliche Spaziergänge an der frischen Luft und Ausflüge in den nächsten Supermarkt. Dabei gilt allerdings eine wichtige Regel.

Abstand halten!

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Auch wenn es absolut keinen Anlass gibt, sich in den eigenen vier Wänden zu verbarrikadieren und nichts gegen einen gelegentlichen kurzen Ausflug an die frische Luft spricht, lautet der Rat unserer Bundeskanzlerin nicht ohne Grund: "Soziale Kontakte weitestgehend einstellen!". Anders gesagt: Geht ruhig am Rhein spazieren, genießt die Frühlingssonne, aber vermeidet Menschenansammlungen und direkte Begegnungen. Umarmungen und Wangenküsse sind angesichts der gegenwärtigen Situation ein unnötiges Risiko - genauso wie das gute alte Händeschütteln. Weil Maßnahmen zur sozialen Distanzierung nachweisbar einen positiven Effekt auf den Verlauf von Pandemien haben, lautet die wichtigste Regel derzeit: Zwei Meter Abstand halten! Das gilt an Supermarktkassen genauso wie in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die idiotische "Corona-Party" in der WG über euch solltet ihr ausfallen lassen. Auch wenn keine Risikogruppen anwesend sind.

Hände waschen!

Corona Viren werden zwar hauptsächlich via Tröpfcheninfektion, also von Mensch zu Mensch, übertragen, können aber auch auf verschiedenen Oberflächen mehrere Stunden überleben. Wer etwa in der Bahn einen Griff anfasst, der vorher frisches Sekret eines Kranken abbekommen hat und sich danach ins Gesicht fasst oder das eigene Essen mit den Händen berührt, kann sich auf diesem Wege selbst infizieren. Das ganze nennt sich dann Schmierinfektion. Um diese zu vermeiden, ist es wichtig, sich regelmäßig gründlich die Hände zu waschen (20 bis 30 Sekunden) und reflexartige Griffe ins Gesicht zu vermeiden. Wer Niesen oder Husten muss, sollte die eigene Armbeuge oder ein Papiertuch als Barriere nutzen und keinesfalls die Hände vors Gesicht halten.

Keine Hamsterkäufe!

Hamsterkäufe schaden nicht nur denjenigen unter uns, die am Ende ohne Klopapier dastehen. Das wäre zwar ärgerlich, aber nicht wirklich dramatisch. Es gibt ja zur Not noch Taschentücher. Die Leidtragenden, die wirklichen Opfer unnötiger Einkaufsorgien, sind neben den Verkäufern in Drogerien und Supermärkten, die sich jetzt mit den Kampfhamstern rumschlagen müssen, vor allem die Menschen, die zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse auf Hilfe von ehrenamtlichen Organisationen angewiesen sind. Seit Beginn der Corona Krise verzeichnen die Tafeln in Deutschland deutlich weniger Lebensmittelspenden. Besonders haltbare Nahrungsmittel, wie Nudeln und Reis, sind Mangelware. Was in den Supermarkt-Regalen fehlt, kann auch nicht an Bedürftige weitergegeben werden. Was erschwerend hinzukommt, ist die Tatsache, dass rund 90 Prozent der 60.000 Ehrenamtlichen Tafel-Helfer im Rentenalter sind und somit zur Corona-Risikogruppe gehören. In einer Pressemitteilung fordert die Hilfsorganisation deshalb mehr Solidarität in der Bevölkerung und bittet jüngere Menschen, "die kurzfristig auftretende Lücke der Hilfe zu füllen und sich zu engagieren". Wie ihr helfen könnt, erfahrt ihr hier.

Helft euren Nachbarn!

Es gibt kaum Kölner, die von der Corona Krise nicht in irgendeiner Form betroffen sind. Familien müssen aufgrund geschlossener Schulen und Kitas die Kinderbetreuung neu organisieren, während einige ältere Menschen sich kaum noch vor die Tür trauen, um notwenige Erledigungen zu machen oder mit dem Hund Gassi zu gehen. Für Senioren und gefährdete Gruppen bringen selbst alltägliche Aufgaben ein erhöhtes Ansteckungsrisiko mit sich. Die Verunsicherung ist groß. Was wir jetzt brauchen ist nicht Panik, sondern Hilfsbereitschaft. Das hat auch die Kölner Nachbarschaftsinitiative Hinsundkunzt erkannt. Diese hat für die Stadtteile Sülz, Klettenberg, Lindenthal und Zollstock ein Forum eingerichtet, in dem Menschen nach Hilfe fragen und Unterstützung anbieten können. Es funktioniert! Studenten, deren Vorlesungen ausfallen, passen auf Kinder aus dem Veedel auf, Schüler gehen für Rentner einkaufen und Angestellte, die von zu Hause aus arbeiten, führen in ihrer Mittagspause Hunde spazieren. Wer nicht in den westlichen Kölner Stadtteilen lebt und trotzdem Hilfe sucht oder anbieten möchte kann sich außerdem bei Quarantaenehelden.org registrieren. Auch auf Facebook gibt es mittlerweile viele Gruppen, die es sich zum Ziel gemacht haben, die Nachbarschaftshilfe in Köln zu organisieren und den Sorgen der Menschen eine Plattform zu bieten. Schaut doch mal bei „#CoronaHilfe Gruppe Köln“„Corona Kinderbetreuung & Nachbarschaftshilfe Köln“ oder „Corona Hilfe Köln“ vorbei.

Rettet die Kultur!

Staatliche und private Kulturinstitutionen, freie Kulturschaffende und Veranstalter leiden genau wie die Gastronomen besonders hart unter den Folgen der Corona Pandemie. Die finanziellen Einbussen sind schon jetzt enorm, viele Existenzen sind gefährdet. Nicht nur Jan Böhmermann, sondern auch die Kulturminister der Länder fordern von der Bundesregierung mittlerweile einen finanziellen Schutzschirm für die Kultur. "Wer Banken rettet" so Böhmermann "muss auch jetzt helfen!". Richtig! Es wäre verheerend, wenn die vielfältige Kölner Kulturlandschaft sich von der Krise nicht mehr erholen würde. Wer helfen will, kann sich dieser Online-Petition anschließen, die bereits über 200.000 Mal unterzeichnet wurde und sich dafür einsetzt, dass sich Finanzhilfen und Unterstützungen nicht nur auf Unternehmen und Firmen sowie deren Angestellte konzentrieren, sondern auch die prekärere Lage von Freiberufler*innen und Künstler*innen berücksichtigen.

Unterstützt euer Lieblingsrestaurant!

Für Gastronomen ist die Corona Krise eine absolute Katastrophe. Die IG Kölner Gastro sprach bereits letzte Woche von "Umsatzeinbussen zwischen 10 und 70 Prozent". Erste Insolvenzen und Schließungen liegen bereits auf dem Tisch.  Seit Dienstag sind Restaurants und Gaststätten in Köln komplett geschlossen. Die strengen Auflagen der Landesregierung, so die Stadt Köln,  seien schlicht unmöglich zu kontrollieren. In In der ganzen Stadt fürchten Restaurant-Betreiber und Bar-Besitzer zu Recht um ihre Existenz und versuchen mit kreativen Ideen und Lösungsansätzen der Lage Herr zu werden. Viele Restaurants wie Johann Schäfer, Ngon Ngon im Agnesviertel und Reissdorf am Hahnentor richten eigene Lieferdienste ein. Maike von "Die Fette Kuh" hat für uns die besten Tipps zusammengetragen, wie ihr euer Lieblingsrestaurant in diesen schwierigen Zeiten unterstützen könnt. Den Artikel findet ihr hier

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden!

Celina

Celina ist im Agnesviertel zu Hause. Ihr Herz schlägt für guten Kaffee, Plattenläden und Trödelmärkte. Am Wochenende findet man die gebürtige Hamburgerin meist auf Konzerten oder in einer der zahlreichen Kneipen ihrer Wahlheimat.