Koche op Kölsch

Koche op KölschUnsere 5 liebsten echt kölschen Rezeptideen

Nach wochenlangem Verzicht auf Restaurantbesuche  und Kneipentouren bekommen wir langsam nicht nur Kölsch-Entzugserscheinungen, sondern uns fehlen auch die leckeren, deftigen, kölschen Speisen. Pizza, Pommes und Burger gibt es ja so gut wie an jeder Ecke to go zu kaufen, aber das Brauhaus im Veedel hat in den meisten Fällen leider ganz geschlossen.
Aber zukünftig kein Problem mehr, wir haben uns nämlich mal in rheinischen Rezeptwelten umgesehen und fünf mega gute Gerichte herausgefischt, die problemlos selbst zuzubereiten sind und uns das kulinarische Köln ins eigene Zuhause bringen. Damit für jeden etwas dabei ist, haben wir uns möglichst unterschiedliche Rezepte ausgeguckt, von unkompliziert bis ambitioniert, es sind vegetarische, optional vegane, glutenfrei zuzubereitende und natürlich klassisch deftige mit Fleisch dabei.
Legt gleich mal los heute, stellt ein leckeres Kölsch kalt und dann wünschen wir euch einen joode Appetit!

Halve Hahn

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Neben dem Röggelchen ist der mittelalte Gouda essentiell für den gelungenen "Halven Hahn" © Pixabay

Wir starten mal mit einem easy Rezept, was selbst der ungeschickteste und untalentierteste Koch ganz sicher hinbekommt. Denn hier müssen weder Herdplatten noch Backofen erhitzt werden, der Halve Hahn gehört zur kalten Küche und ist auch im nu zubereitet.
Zunächst müsst ihr, wer hätte es gedacht, das Brötchen halbieren und beide Hälften ordentlich mit Butter bestreichen. Den Gouda anschließend in dicke Scheiben schneiden und das Röggelchen damit belegen. Als Deko und optionale Beilage werden die in Ringen geschnittene Zwiebel, die Gürkchen, und ein Klecks Senf dazu drapiert.

Ähzezupp

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Wichtigste Zutat sind natürlich Erbsen! © Unsplash

Auch die kölsche Erbsensuppe ist kein Hexenwerk und mehr als leicht zuzubereiten. Allerdings solltet ihr nicht völlig kurzentschlossen ans Werk schreiten, denn die getrockneten Erbsen sind über Nacht einzuweichen. Wenn ihr daran gedacht habt, steht einer leckeren Suppe am Mittag oder Abend nichts mehr im Weg. Ein Tipp von uns: unterschätzt nicht wie lecker die Ähzezupp ist. Kocht lieber gleich etwas mehr und habt für einige Tage immer eine ausgewogene und gesunde Mahlzeit im Kühlschrank parat.

Die über Nacht eingeweichten Erbsen lasst ihr erstmal gemütlich zwei Stunden köcheln. Derweil könnt ihr anfangen, Kartoffeln zu schälen und klein zu würfeln. Zwiebeln, Sellerie, Lauch und Möhrchen müssen geputzt, gewaschen und anschließend fein gehackt werden. Alles zu den Erbsen geben, mit der Brühe und dem Lorbeerblatt 15 Minuten kochen lassen. Die Kräuter hacken und zusammen mit Pfeffer, Salz und Senf zur Suppe geben und abschmecken. Wenn ihr euch nicht vegetarisch oder vegan ernährt, nun den Speck knusprig braten und die Mettwürstchen in Scheiben schneiden und zum Gemüse geben. Zum Schluss noch das Lorbeerblatt entfernen.

Himmel un Ääd

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In Köln wird die Flönz traditionell mit Kartoffelbrei, Apfelmus und "Öllig", also Zwiebel gegessen! © Pixabay

Hier kommt nun ein echter Klassiker der kölschen Brauhauskultur: Kartoffelstampf, Äpfel und Blutwurst ergeben „Himmel und Erde“ und sind ein Muss für die Speisekarte. Mit ein wenig Küchenarbeit kann das Gericht aber auch schon demnächst bei euch zu Hause auf dem Tisch stehen.
Zuerst schält und würfelt ihr die Kartoffeln, anschließend werden sie in Salzwasser gar gekocht (ca. 10-15 Minuten je nach Würfelgröße). Dabei könnt ihr schon die Äpfel schälen und entkernen, dann ebenfalls würfeln. Mit Apfelsaft zu Apfelmus kochen, mit Zitronensaft und Zucker abschmecken. Zwiebel in feine halbe Ringe schneiden. In einer Pfanne den Speck auslassen und mit den Zwiebenl zusammen gold-braun braten. Nach dem Abgießen die Kartoffeln mit Sahne und Butter stampfen, danach mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Die Blutwurst in Scheiben schneiden und einmehlen. In einer heißen Pfanne in Öl anrösten. Beim Servieren, dann den Speck über den Kartoffelstampf verteilen.

Soorbrode

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Ein absolutes Hioghlight der kölschen Küche! © Pixabay

Sicherlich das anspruchsvollste unserer Rezeptideen ist der rheinische Sauerbraten. Ein echtes Festtagsgericht und mit etwas Zeitvorlauf zu planen. Doch wir versprechen euch, auch dies gelingt den meisten mit ein wenig Zeit und Übung und einem kühlen Kölsch als Nervennahrung zwischendurch. Und keine Bange, ganz klassisch aus Pferdefleisch wird der Braten heutzutage meist gar nicht mehr hergestellt, mit Rindfleisch seid ihr schon wunderbar dabei!
Auch bei der langen Zutatenliste nicht verzagen, wir helfen euch Schritt für Schritt bei der Zubereitung. Zunächst einmal, ihr solltet euch drei bis fünf Tage vorab überlegen, diesen Braten auftischen zu wollen.
Wir beginnen mit der Marinade. Dafür zerstoßt ihr die Gewürze, also Lorbeerblätter, Senfkörner, Wacholderbeeren, Nelken und Pimentkörner etwas im Mörser, wer keinen besitzt, bitte einfach klein hacken. Mit zerkleinertem Sellerie und Möhren und dem Wasser, in Kombination mit dem Rotwein oder Weinessig, in einen Topf geben und aufkochen und anschließend vollständig abkühlen lassen. Das Fleisch in ein großes abdeckbares Gefäß legen, mit der Marinade übergießen und komplett bedecken. Nun wird 3 bis 5 Tage lang an einem kühlen Ort mariniert. Gut für euch, dabei muss man absolut nichts tun.
Am Kochtag das Fleisch aus der Marinade nehmen, trocken tupfen, pfeffern und salzen. Von allen Seiten kurz und knackig anbraten gewürfelte Möhre, Sellerie und Zwiebeln sowie den in Ringe geschnittenen Lauch dazugeben. Das Fleisch muss im Anschluss knapp bedeckt werden, dies macht ihr zu einem Drittel mit durch ein Sieb gegossener Marinade und zu zwei Dritteln mit Wasser. Nun soll das Ganze für 90 Minuten schmoren, dabei sollte das Fleisch ab und an gewendet werden. Danach den Braten aus dem Sud nehmen und warm halten. Einen halben Liter Bratensud durch ein Sieb gießen, mit klein gehacktem Pumpernickel, Rosinen und Rübenkraut auf- und einkochen lassen, dann die saure Sahne unterrühren. Der Braten wird zum Servieren quer in Scheiben geschnitten und mit der Soße übergossen serviert. Klassische Beilagen sind Rotkohl und Knödel, der Fantasie sollten hier aber keine Grenzen gesetzt werden. Ist auch total lecker mit simplen Pellkartoffeln dabei.

Rievkoche

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Geht eigentlich immer - ob auf der Kirmes, Weihnachtsmarkt oder eben zohus! © Pixabay

Das Beste kommt zum Schluss! Wie toll sind eigentlich bitte Reibekuchen? Die fettigen Kartoffelpuffer sind schon ein echter Schmankerl der kölschen Küche und dürfen hier natürlich nicht fehlen. Also, Ärmel hochkrempeln, eine Menge Kartoffeln schälen und dann wird ordentlich geschmaust. Selbst gemacht, schlagen sie die von der Bude sogar unserer Meinung eigentlich noch!

Also zunächst die Kartoffeln schälen und fein in ein Sieb reiben, sodass mögliche Flüssigkeit noch gut abtropfen kann. Die Zwiebel super fein hacken. Nach ca. 15-30 Minuten das abgetropfte Wasser der Kartoffeln wegschütten, die geriebenen Kartoffeln mit Mehl und Eiern vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. Für eine vegane Version einfach die Eier weglassen, das klappt trotzdem wunderbar, haben wir selbst ausprobiert. In einer beschichteten Pfanne das Öl erhitzen und zu Fladen geformte Reibekuchen kross gold-braun backen. Schmeckt natürlich super mit leckerem Apfelmus, aber Reibekuchen sind auch mit einem frischen grüßen Salat prima zu genießen.

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Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden!

Marleen

Marleen ist in Nippes zu Hause, schreibt gern über ihr Veedel, Mädchenkram, die grünen Seiten von Köln und alles was mit Kindern zu tun hat. Immer für vegetarische Köstlichkeiten, ein gutes Buch oder Feierabend-Bierchen im Park zu haben.