LONELY LOCKDOWN Das wohl schlimmste Jahr für Singles

Leute, wir müssen reden. Dringend. Denn nun geht diese verdammte Corona-Lockdown-Kontaktbeschränkungs-Geschichte bald ein Jahr. Schon im letzten Frühling habe ich euch erzählt, wie es als Single ist. Damals war ich glücklich über die Me-Time. Aber langsam muss ich sagen: I can’t take it anymore! Lasst mich ein bisschen von meinem letzten Jahr als Single berichten– und von einigen komischen und unnötigen Bekanntschaften… Und ich bin mir sicher: Viele von euch kennen es auch, denn Köln ist schließlich auch Singlestadt! Aber lasst euch gesagt sein: You’re not alone.

Wo sind all die Freuden hin?
© Unsplash

Am Anfang noch schön, mittlerweile nur noch nervig

Als letztes Jahr alles anfing, war ich wirklich dankbar für die Chance, ein bisschen aus dem turbulenten Alltag auszusteigen und wieder zu mir selbst zu finden. Trotz allem stand der Sommer vor der Tür, in dem die Situation ja auch vorerst ein bisschen besser wurde. Dass es uns noch mal so hart treffen wird, hat damals sicherlich keiner gedacht. But here we are. Und ja, ich sag’s euch, wie es ist. Je näher das Ende des – sehr lonely – Jahres 2020 kam, umso grantiger wurde ich. Ich bin 25, ich bin Single und happy. Aber ich habe ja nicht mal die Möglichkeit, cool zu Daten. Wenn man sich nicht auf eine der zahlreichen Dating-Apps einlässt, hat man ja aktuell kaum eine Chance. Also kam es, wie es kommen musste und ich habe ich mir irgendwann widerwillig Bumble installiert…

Dann halt Bumble.
© Unsplash

Es folgen viele erfolglose und langweilige Dates

So, selbst wenn man sich dann mit einem Kerl ganz gut versteht, steht die Frage im Raum: Was macht man beim ersten Date? Es ist kalt draußen, man darf nicht mal ein Wegbier trinken. Aber direkt zu sich nach Hause einladen? Auch irgendwie nicht das Wahre. Da ich in der Nähe vom Rhein wohne, wurde das also zu meiner Runde. Es folgten einige erste Dates, die eigentlich nie in ein zweites übergingen. Denn: Die Situation dort am Rhein, die immer selben Fragen, ein Gespräch, das man schon im Schlaf kann – mit langweilig und eintönig lässt sich das Dilemma wohl am besten beschreiben. Wenn er dann erzählte, was seine Eltern so beruflich machen und welche Tricks sein Haustier kann, schweifte ich oft ab und wünschte mich in eine Bar mit einem Drink in der Hand und guter Musik im Hintergrund. Wenn jedes Date gleich abläuft, catcht eben einfach keins. Und wenn ich jetzt mal ganz direkt sein darf: Den Männern setzt diese Situation offensichtlich auch sehr zu. Denen fehlt wohl das Jagen. Halleluja könnte ich Geschichten erzählen… Und eine möchte ich euch nicht vornenthalten.

Rhein kenne ich jetzt!
© Unsplash

Sex & The City

Ach ja, es hat alles so schön angefangen. Wir haben uns gut verstanden, denn es gab von Anfang an direkt gleiche Themen. Karneval, Hunde, Festivals und Musik. Das lief. Zu seiner eigenen Sicherheit gebe ich ihm hier einen anderen Namen: Max. Auch das erste Date war traumhaft. Kanal-Date (klar, was sonst) und dann noch eine Flasche Wein auf meiner Couch. Brav ist Max nach Hause gefahren und ich dachte noch: Was ein Gentleman. Ja Sarah, so kann das Gefühl einen trügen. Denn als ich eine Woche später das erste Mal bei Max zu Hause war (hatte er mich erstmal um 2 Stunden versetzt, weil er noch seinen Kater ausschlafen musste), hatte ich irgendwie mit einem gemeinsamen Abendessen oder ähnlichem gerechnet. Anstatt dessen ging es direkt ans Eingemachte. Nach 2 Stunden Rumschmusen bekam ich Hunger und fragte, ob er denn noch vorhätte, heute was zu Essen. Und was tat Max? Er bestellte einfach – ohne jegliche Nachfrage, wonach mir denn so wäre – bei Lieferando ein Burger King Menü. An alle Männer da draußen: TUT DAS BITTE NICHT! Ich esse zwar wirklich gerne Fast Food, aber ein bisschen Mitspracherecht hätte ich beim vierten Date dann doch noch gerne. Aber es musste ja weiter geschmust werden, keine Zeit für großes kochen – oder reden. Weitere Details des Abends erspare ich euch. Spoiler: Wir haben uns nie wieder gesehen. Max, falls du das liest (ob er sich mit dem falschen Namen überhaupt angesprochen fühlt…) du bist wirklich ein lieber Kerl. Aber vielleicht strengst du dich das nächste Mal auch beim vierten Date noch ein bisschen an. Nur, weil man auf der Zielgeraden ist, muss man ja nicht so extrem nachlassen.

Echt jetzt Burger King?
© Unsplash

2021, kann bitte jetzt endlich mal wieder alles besser werden?

Und jetzt sind wir im neuen Jahr angelangt, es ist immer noch viel zu kalt draußen und auf Bumble hab‘ ich auch keine Lust mehr, geschweige denn auf Spaziergänge am Rhein. Für alle, die über Apps ihre große Liebe finden, – ich freu‘ mich wirklich für euch, – aber für mich ist das einfach nichts. Ich will ehrlich auch nicht klingen wie ein verzweifelter Single, dessen einzige Lebensaufgabe das Finden eines Partners ist. Aber gerade in Zeiten, in denen man nicht die Vorzüge des Singlelebens genießen kann, wünscht man sich doch jemanden, mit dem man auf der Couch kuscheln und Disneyfilme schauen kann (und zu Hause darf man sogar einen Wein dazu trinken!). Ich will wieder in eine Bar gehen. Ich will, dass sich Blicke kreuzen und Funken fliegen. Ich will Drinks bestellen und anstoßen und die ganze Nacht durchflirten. Kurz: Ich will mein Singleleben mit all seinen Vorzügen zurück – oder eben einen Boy, mit dem ich die Vorzüge des gemeinsamen Lockdowns genießen kann. Too much to ask for?

Couch alleine ist schon gut. Couch zu zweit aber noch besser!
© Unsplash