Mit Abstand stonn mer zesamme!

Mit Abstand stonn mer zesamme!Die Krise als Chance

Ich bin mir sicher – wir alle sind absolut überladen mit Corona-Infos. Und wir alle können das Wort wahrscheinlich nicht mehr hören. Auch ich habe mir in den letzten Tagen viele Gedanken gemacht. Zeit sich Gedanken zu machen haben wir meistens zu wenig. Und jetzt haben wir plötzlich viel zu viel davon. Das kann auch Angst machen, ist aber wichtig und vielleicht für viele eine neue Chance.

Gemeinsam einsam

Diese Situation ist ungewohnt, wir kennen das nicht. Und genau dieses Gefühl von Ungewissheit und Unbeständigkeit sorgt auch bei mir für eine eigenartige Grundstimmung. Trotzdem: Den Kopf in den Sand stecken bringt erstens nichts und ist zweitens auch nicht meine Art. Das ist nicht die Art der lebensfrohen Kölner. Wir müssen jetzt zusammenhalten, gemeinsam einsam zuhause bleiben und uns an die wunderbare Karnevalszeit zurückerinnern, in der wir vor ein paar Wochen noch alle zusammen geschunkelt haben. Denn: Die kommt wieder. Et hätt noh immer jot jejange. Es gibt schließlich vieles, was ich jetzt tun kann. Vieles, für das ich sonst nie Zeit habe. Vieles, was ich sonst vielleicht nie gemacht hätte. Ein Buch schreiben zum Beispiel. Gescheitert ist das ganze bisher nur an zu wenig Zeit. Und mein Buch kann vielleicht deine neue Sprache, dein Instrument, deine Tanzchoreo - dein Kunstwerk sein.

Ein Hoch auf den Zusammenhalt

Dennoch sind nicht zuletzt Eltern jetzt vor eine große Herausforderung gestellt. Solidarität ist immer, aber vor allem in schweren Zeiten wichtig. Auch ich möchte irgendwie dazu beitragen, dass wir alle möglichst unbeschadet durch die nächsten Wochen kommen, mit positiver Energie und mit Hilfe, wo sie gebraucht wird. Es ist Donnerstag, 14 Uhr. Normalerweise würde ich jetzt nicht zuhause sitzen und schreiben, sondern säße mit meinen Kids in der Grundschule. Ich arbeite als Inklusionsbegleiterin und würde jetzt gerne meine Hilfe anbieten. Zugegeben, ein bisschen Eigennutzen ist dabei, irgendwie muss ich ja kompensieren, dass ich die Kleinen jetzt schon ein irgendwie vermisse, auch wenn sie mich manchmal wahnsinnig machen. Also: Alle Eltern, die im Großraum Ehrenfeld noch eine Kinderbetreuung suchen, dürfen sich gerne bei mir melden. Auch wenn erst mal mit Abstand: #merstonnzesamme

Solidarität to go

Und für alle die sich fragen, was sie außer brav zuhause bleiben noch tun können, habe ich eine wunderbare Idee. Habt ihr ein Restaurant in das ihr eigentlich immer geht? Informiert euch online, ob es einen Lieferservice gibt. Gibt es ein Lieblingscafe in dem ihr jedes Wochenende sitzt oder euch morgens noch schnell einen Kaffee vor der Arbeit holt? Viele Cafes sind zwar offiziell geschlossen, bieten aber weiterhin Kaffee und Kuchen to go an. Andernfalls macht es so, wie ein Kölner, von dem ich erst gestern gehört habe. Er überweist jeden Tag 3,50 Euro an sein Stammcafe, das vorübergehend komplett schließen musste. Seid nicht wie die Shisha-Gangs am Rhein oder die Corona Party-Asis am Aachener. Seid wie Mister 3,50 Euro.

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden.

Sarah

Ihr Gefühl sagte irgendwann: „Du musst nach Köln ziehen um glücklich zu werden!“ Inzwischen hat Sarah in Ehrenfeld ihr Zuhause gefunden und als langjähriges Dorfkind genießt sie vor allem die Freiheit und Spontanität in der Stadt. Nachts vom CBE oder der Live Music Hall einfach nach Hause laufen ist für sie wahrer Luxus. Sarah schreibt ansonsten für ihren Blog „herzauskoeln“, ist im Karneval dauerjeck und generell immer für einen gemütlichen Kneipenabend zu haben.