Orte der Ruhe

Orte der RuheSieben Plätze in Köln, die zum Verweilen einladen

Köln ist die Karnevalshauptstadt der Welt – ja das ist sie! Und auch wenn es in unserer geliebten Domstadt zwar niemals wirklich hektisch zugeht, sondern allenfalls gesellig, ist es zuweilen gar nicht so einfach, mal richtig zur Ruhe zu kommen. Und dabei liegt doch gerade in der Ruhe die Kraft, die unsere Metropole zur viel besungenen Macht am Rhein gemacht hat.
Laut Laotse ist ‚Ruhe die Bewegung in sich selbst’. Aber wem das doch ein bisschen zu Zen-ish erscheint, der kann die Ruhe auch im Außen suchen, in dem er sich zu einem der folgenden Top 7 Come-Down Tipps in Kölle hinbewegt:

Mauritius Hotel & Therme

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© Mauritius Hotel & Therme

Diese Therme ist bei weitem nicht die berühmteste in Köln. Dies mag daran liegen, dass sie weder so spektakulär ist wie die Claudius Therme, noch so schön wie das Neptun Bad. Aber hier geht es ja schließlich um meinen persönlichen, kölschen Tipp zur Ruhe. Diese Ruhe ist in der Mauritius Therme am besten Sonntags genau zur Sendezeit des Tatorts zu finden. Irgendwie scheint dieser Slot bei der Thermenzielgruppe des Mauritius immer noch der Couch und nicht der Saunabank vorbehalten. Es gab auch schon Tatorte in denen Mordopfer ihren Tod in einem der finnisch-heißen Holzgruften fanden. Der Gedanke daran würde beunruhigen, wenn man nicht gerade so mit Schwitzen und Alleinsein beschäftigt wäre. Die Ruhe zur besten Sendezeit ist einfach himmlisch. Und auf der Dachterrasse kann man bei einem wunderbaren 360 Grad Blick über Kölle sogar nackt sein - wenn man es will – auch wenn dort ein Schild steht, dass man es nicht sein soll. Aber übersehen könnt ihr das Schild großzügig - ihr seid schließlich mutterseelenallein.

St. Gereon

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© Celina Albertz

St. Gereon war einst einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte für Europas Christen. Doch heute verblasst er trotz seiner hellen Fassade fast im dunklen Glanze des nicht weit entfernten gotischen Bollwerks am Hauptbahnhof. Dabei ist das St. Gereon viel viel älter, und genau wie das Lindenthaler Ursalz und uralte Mönche, so vermag auch der Geist des heiligen Gereon die Wogen des inneren Sturms zu glätten. Der Legende nach soll der Staub aus einem der Märtyrerbrunnen an diesem Wallfahrtsort – der vor bald 1500 Jahren erstmals erwähnt wurde - Kopfschmerzen heilen. Und die Abwesenheit von Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich kann nachweislich zum inneren Frieden und Ruhe beitragen. Dass dieser Brunnen einst als Massengrab für Hunderte von Märtyrern diente, ist zugegebenermaßen und je nach Betrachtungsweise alles andere als beruhigend. Das Schlendern durch die wunderschöne Kapelle bringt einen aber dann trotzdem - wenn auch leicht schaudernd – zur Ruhe. Dies könnte auch daran liegen, dass es in St. Gereon im Vergleich zu ihrem viel jüngeren Bruder, dem Dom, meistens richtig schön leer ist. Ich habe hier schon mal beim Eintreten eine Nonne aus dem Schlaf erweckt, und sie hat sich vor mir erschrocken. Das verschaffte mir komischerweise eine geringfügig gehässige Form der Genugtuung und würde einem wohl an wenigen anderen Orten in Kölle passieren!

Lindenthaler Salzgrotte

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© Lindenthaler Salzgrotte

Da es ja schon Jahrtausende zum Üben hatte, ist das Salz in Sachen zur-Ruhe-kommen ein sehr weiser Lehrer. Und dieser Lehrer verlangt von mir lediglich, dass ich mich vor ihn setze und nichts tue. Ganz ohne Anstrengung komme ich schnell zur Ruhe oder schlafe sogar ein.
Fürs Nachlesen über die gesundheitlichen Benefits oder die Wissenschaft hinter diesem Phänomen gibt es andere Portale im Internet – hier geht es einfach nur um Ruhe – und im Salz liegt die Kraft. Vergiss ‚Salz auf unserer Haut’ oder andere grottigst langatmige Bücher zum Runterkommen und nimm das Salz und die Grotte in Dir auf. Werde die Grotte! Sei versalzen und befriedet!

Slow Working Days im W E R T H E I M

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© Wertheim

Arbeiten ohne WIFI und mit vorangehender Yoga- und Meditationssession passt nicht in Deine bunte Instawelt? Dann sind diese vor Kreativität und Harmonie sprudelnden Stunden in Wertheims Chief Apartment leider nichts für Dich. Schade eigentlich. Denn auch wenn digital Detox und achtsames, entschleunigtes Arbeiten nicht Wertheims Erfindung sind – dort oben im Seminar-Apartment mit Zen Gärtchen und Domblick findest Du den Zugang zur Slow Working Class spielerisch und wie von selbst. Denn wenn sich Arbeiten nach Leben anfühlen darf, dann muss der Work-Life-Balance nicht mehr hinterhergekrault werden – man kann einfach rückenschwimmend in ihr umhertreiben. Natürlich, das hört sich idealistisch und weltfremd an, fast schon kriminell verlogen aber die zarte Stimme des Wertheims wispert Dir sanft und beruhigend ins Ohr: ‚Be still my child, you are safe with me - ‚Slow Working is not a crime, but a movement’.

Museum für Ostasiatische Kunst Köln

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© Museum für Ostasiatische Kunst Köln

Ein Pfefferminztee ohne Zucker, der Blick stoisch auf die mit Entendreck getünchte Insel im Weiher – das ist die Art Ruhe, die einem durch schiere Langweile im Foyer des Museums quasi aufoktroyiert wird. Denn das Schmitz im OAM ist im Vergleich zu seinem großen Bruder in der Aachener Straße so unspektakulär, dass die Flucht in die anspruchsvolle Ruhe der wunderbaren Ausstellungsräume nebenan die einzige Option scheint.
In dieser stillen Umgebung fühle ich mich gleich wie ein kahlrasierter, leicht bekleideter und sanft lächelnder Tao Mönch, und dieses Gefühl lässt einfach keinerlei Raum für Unruhe. Ich bin ruhig. Die Exponate helfen mir in der Zeit zurückzugehen und die Ruhe der Jahrhunderte besänftigt die Hektik der Sekunden.

Melaten-Friedhof

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© Unsplash I Tom Wheatley

Wenn man irgendwo Ruhe finden sollte, dann wohl an Orten des ewigen Friedens. Wenn einer dann aber auch noch so schön ist wie der Friedhof am Kölner Gürtel, dann nehme ich ihn gerne und dankbar in meine Liste auf. Mit über 50.000 Gräbern ist der Melaten-Friedhof nicht nur der größte Friedhof Kölns, sondern auch der mit der höchsten Promidichte. Da ich kein Fanboy bin, lässt dies mein Herz nicht höher schlagen, es ist einfach nur ein interessanter Fakt. Und Autogramme gibt es eh keine mehr. Wir können also die Ruhe bewahren und genießen. Hier liegen dem stillen Besucher die Gebeine Kölscher Originale von Konrad Adenauer über Willy Millowitsch bis Heinrich Reissdorf zu Füssen. Und wenn ich auch in keinster Weise den Genuss von alkoholischen Getränken auf Trauerterretorium promoten möchte so sei doch daran erinnert, dass Hopfen in jeglicher Form eine überaus beruhigende Wirkung haben kann. Aber Meditation ist gesünder für Dein Gehirn und belohnt, statt zu bestrafen.

Cut & Colour

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© Cut & Colour

Auch die tiefste Achtsamkeitsmeditation macht die Frisur nicht schöner, und nach intensiver Yogasession mit Downward Dogs und Upper Cuts sitzen die Haare nicht immer unbedingt perfekt. Wir wissen alle, dass Kraut und Rüben auf dem Kopf an Unruhe im Kopf schuld sein können. Da kann das superfreundliche, einfühlsame und immer zu tiefenpsychologisch penetrierenden Dialogen bereite Team von Deniz aushelfen. Ursprünglich bin ich nur darauf gekommen Cut & Colour für mich als fußläufigen Ruhepol zu erwähnen, weil man dort zum Haarewaschen auf geilen Massageliegen platziert wird. Dann ist mir aber klar geworden, dass es nicht alleine die Massagerollen sein können, die für das Wohlgefühl sorgen.
Klar, Cut & Colour ist nicht so hip wie der durchschnittliche Barbershop, dessen Zielgruppe ich eigentlich entspreche. Aber ich finde es einfach extrem entspannend, mich beim Hereinkommen nicht im Namen der Männlichkeit auf übelste beschimpfen lassen zu müssen. Im Gegenteil – ich liebe Komplimente. Und bei C & C fühlt man sich von Anfang bis Ende wirklich aufrichtig willkommen. Der Laden wird mit starker weiblicher Hand geführt und man fühlt sich wie bei einer Familie. Es ist irgendwie wie zu Hause. Nur aufgeräumter, mit mehr Scheren und mehr Föhns und weniger dreckigem Geschirr in der Spüle, dafür mit schlechterer Musik (verzeih mir Despina, meine Gebieterin, aber EDM ist einfach nicht meins..  Anime hingegen geht klar). Kurzum: hier kann man sich für ein Stündchen vergessen und dann in den Spiegel schauen und in aller Ruhe sagen: Jo!

Oliver

Es kann sein, dass ihr Oli schon einmal hinter den Plattentellern euren Kölner Lieblingsetablissements gesichtet habt. Er ist nämlich ein absoluter Vinyljunkie. Das Arbeiten hat er in den letzten 10 Jahren sukzessive verlernt. Zugute kam ihm dabei die Tatsache, dass er seine Tätigkeit in den Bereichen Kunst, Kultur und Immobilien zumeist nicht als Arbeit sondern als Lebensaufgabe wahrnimmt. Oliver, den seine Freunde manchmal mit Spitznamen wie Öl, oder ‚der Ölige’ zu necken pflegen, betreibt zusammen mit seiner besten Freundin Katzumoto seit mehreren Jahren ein Zentrum für alternative Arbeitskultur namens Wertheim. Das Wertheim ist Slow Working Space, der so ist tickt wie Oli selbst.