Schwabe im Pass – Kölner im Herzen

Schwabe im Pass – Kölner im HerzenMein Weg nach Köln

Als ich mit siebzehn zum ersten Mal mit Köln in Berührung kam, war klar: Da will ich hin! Und das, wobei ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in unserer schönen Stadt am Rhein war.
Klingt verrückt? Das war es auch. Köln hat mich gepackt, ich war schockverliebt und beim Gedanken an ein selbstbestimmtes, kreatives Leben in Köln überglücklich. Ein Gefühl, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich es fühlen kann. Alleine mit meinem Koffer auf der Domplatte, ohne Plan von Köln oder davon, wie genau mein Leben hier aussehen sollte. Ich wusste nur, dass ich dieses vor Glück drückende Gefühl auf der Brust nicht mehr loslassen möchte und dass es sich lohnt, dafür einen Weg zu gehen der nicht immer leicht ist.

Sarah in Köln angekommen!

Frohsinn, Kreativität, Emotion

Als gebürtige Schwäbin bin ich Ernsthaftigkeit, Genauigkeit und mit der Kombination „Dorfkind“ auch einges an Spießertum gewohnt. Jedoch wurde mir erst bewusst dass das Leben nicht einfach so ist, als ich während meiner ersten Kölnbesuche auf die rheinländische Mentalität traf.
Meine Persönlichkeit trägt Frohsinn, Kreativität, Emotion und wenig Pessimismus in sich, womit ich in meiner Heimat eher als anpassungsunfähig, naiv und immer etwas „zu viel“ galt. Mir war früh unverständlich, warum man alles immer akzeptieren muss, wenn es doch schlecht ist. Lasst uns etwas tun, reden, planen, über den Tellerrand schauen! In Köln kam meine intuitiv leichte Lebenseinstellung plötzlich an und ich verstand, dass ich gut bin wie ich bin. Und am besten bin ich in Köln.

Köllefornia!

Zo Fooss noh Kölle jonn

Vier Jahre vergingen mit Abitur und Ausbildung. Vier Jahre in denen jedes zweite Wort aus meinem Mund „Köln“ war. Mit kölscher Musik auf den Ohren zwang ich mich jeden Morgen in den Physikunterricht und mit meinem Blog „herzauskoeln“ lebte ich innerlich schon ein bisschen das, was ich mir so sehr wünschte.  An meinem einundzwanzigsten Geburtstag packte ich dann endlich meine Koffer und es begann ein wilder Sommer voller Erfahrungen, tollen neuen Menschen und dem ein oder anderen Freundentränchen. Endlich war ich zuhause angekommen.

Und Köln meinte es wirklich gut mit mir! Nach ein paar WG Wochen auf der Schäl Sick fand ich eine wunderschöne Wohnung in Ehrenfeld und als Bloggerin für „Appsolutjeck“ und nun auch „Geheimtippkoeln“ darf ich sogar beruflich zelebrieren, wie kölsch ich doch bin. Apropos Lokalpatriotismus: Ich liebe Karneval. Endlich offiziell feiern dürfen, wie toll unsere Stadt ist und vor allem: Dass wir alle eins sind und irgendwie zusammengehören.

Kölle es a Jeföhl

Genau das ist Köln für mich. Gemeinsamkeit, wissen, dass man nicht alleine ist. Oft kann ich gar nicht beschreiben woran genau ich diese Begeisterung festmache. „Kölle es a Jeföhl“ und entweder man fühlt es oder nicht. Wie es für mich diese Stadt ist, kann dein Köln eine andere Stadt oder Land, ein Mensch oder ein Hobby sein – dein Zuhause eben. Für mich sind es die vielen Kleinigkeiten die den Unterschied machen. Man kann in Köln nie vergessen, dass man in Köln ist. Hier ist es nicht der Frisör Mayer-Haase, hier geht man zum Frisör Colonia und danach ins Büdche op d´r Eck. Bei technischen Schwierigkeiten in der U4 gibt es ganz gerne mal die Durchsage „Leeve Fahrjäste, ich han dat Problemsche he im Jriff, singen sie doch solang wat.“ Das gemeinsame Singen ist auch eine wunderbare Eigenart, die ich schnell lieben gelernt habe und wenn mich heute jemand fragt ob ich Kölnerin bin sage ich selbstverständlich Ja. Schließlich ist es das Gefühl was zählt und bisher bin ich noch nie einfach so aufgefolgen. Immerhin kannte ich mit 19 schon sämtliche kölsche Lieder auswendig, hatte einen Kölner Stadtplan an der Wand und die Kölsch vom kilometerweit entfernten Getränkemarkt im Kühlschrank. Ganz schon verrückt und irgendwie ein bisschen bescheuert. Ich passe eben nach Köln. Und wenn dann der ganze Tanzbrunnen „Hück steiht  die Welt still“ singt, ist es jedes Mal wieder da. Das vor Glück drückende Gefühl auf der Brust. Schön, dass manche Dinge sich nie ändern.

Sarah

Ihr Gefühl sagte irgendwann: „Du musst nach Köln ziehen um glücklich zu werden!“ Inzwischen hat Sarah in Ehrenfeld ihr Zuhause gefunden und als langjähriges Dorfkind genießt sie vor allem die Freiheit und Spontanität in der Stadt. Nachts vom CBE oder der Live Music Hall einfach nach Hause laufen ist für sie wahrer Luxus. Sarah schreibt ansonsten für ihren Blog „herzauskoeln“, ist im Karneval dauerjeck und generell immer für einen gemütlichen Kneipenabend zu haben.