Stadtgeklimper

StadtgeklimperMit dem Klavier auf Reise

Der 19-Jährige Thelonious Herrmann bringt Musik in die Stadt. Seit nun mehr als drei Jahren, spielt er Spontankonzerte auf seinem Klavier!
Der Südstädtler spielte nicht nur am Heumarkt, am Rheinufer und an anderen Kölner Ecken, sondern auch in der Schweiz, Italien, San Marino, Kroatien, Ungarn, Frankreich und noch mehr Ländern - je nachdem wo er noch so mit seinem Klavier hinreist! Ob das sperrige Instrument für Rückenschmerzen und weitere Geschichten eines Reisenden, hat uns Thelonious im Interview erzählt.

Geheimtipp Köln:
Seit wann spielst du Klavier und wie bist du dazu gekommen?
Thelonious Hermann:

Ich habe an meinem 5 Geburtstag mit den Klavierspielen angefangen und spiele jetzt also schon seit 14 Jahren. Ich war auf einer Schule mit einem Musikzweig und Orchester und denke, dass ich durch meine Familie zur Musik gekommen bin. Alle haben ein Instrument gespielt.

Geheimtipp Köln:
Wann hast du zum ersten Mal darüber nachgedacht, ein so sperriges Instrument wie ein Klavier, auf die Straße zu schieben?
Thelonious Hermann:

Vor Drei Jahren habe ich angefangen, hier in Köln, mit dem Klavier auf der Straße zu spielen. Die Idee ist mir recht spontan gekommen! Klaviermusik gehört eben auch auf die Straße!

Geheimtipp Köln:
Wie waren die ersten Reaktionen auf deine Straßenkonzerte?
Thelonious Hermann:

Die ersten Male wo ich mit dem Klavier draußen war, war ich schon ziemlich nervös. Da mein Projekt jedoch bei den Leuten super angekommen ist, habe ich an Selbstvertrauen gewonnen und das Spielen ist so für mich zu einem großen Hobby geworden.

Geheimtipp Köln:
In welchen Ecken in Köln hören dir die Leute am liebsten zu und wo spielst du am liebsten?
Thelonious Hermann:

Angefangen zu spielen habe ich in der Kölner Südstadt und dort spiele ich auch am liebsten. Die Leute sind hier einfach besonders! In der Innenstadt/Fußgängerzone geht man häufig im Getümmel und der Hektik mit seinem Klavier unter und es gibt zudem sehr viele andere Straßenmusiker.

Geheimtipp Köln:
Du bist ja nicht nur in Köln mit deinem Klavier unterwegs! Wo warst du überall schon und wo geht es noch hin?
Thelonious Hermann:

Nachdem im mit dem Abi durch war, wollte ich erstmal ein bisschen reisen. Natürlich nicht ohne mein Klavier.

Daher habe ich mir einen Transporter so umgebaut, dass ich darin wohnen kann, und dass das Klavier auch seinen Platz darin findet.Die erste kleine Tour ging dann mit einem guten Freund über Aachen und Liege. Mit meiner Freundin habe ich dann im Sommer eine deutlich größere Tour gestartet. Wir sind durch Luxemburg, die Schweiz, Italien, San Marino, Kroatien, Bosnien, Slowenien, Ungarn, die Slowakei, Österreich, Tschechien und Frankreich gefahren.
Bald soll es erneut losgehen. Dieses Mal stehen Frankreich, Spanien, Portugal und eventuell Marokko auf dem Programm.

Geheimtipp Köln:
Gibt es eine besonders kuriose Begegnung oder Geschichte, die dir auf deinen musikalischen Reisen passiert ist?
Thelonious Hermann:

Mit dem Klavier auf der Straße erlebt man immer etwas. Man lernt unzählige Menschen kennen und erlebt wunderbare Momente. So zum Beispiel in Split, Kroatien. An jenem Abend habe ich andere Musiker kennengelernt und wir haben gemeinsam musiziert. Die Menschen haben angefangen mitzusingen und danach wurden wir sogar noch zum Essen eingeladen.
Allerdings hatte ich auch einmal eine Reifenpanne, und das ganze Klavier ist mir komplett umgefallen. Danach musste es erstmal wieder repariert werden.

Geheimtipp Köln:
Wann rechnest du eigentlich mit den ersten Rückenleiden beim ständigen schleppen von deinem Klavier?
Thelonious Hermann:

Mit Rückenproblemen rechne ich erstmal nicht, da ich mir für die kommende Tour ein ziemlich gut rollendes Gestell gebaut habe, und in mein Auto eine Seilwinde eingebaut habe, sodass ich nur noch auf einen Knopf drücken muss, damit es reingefahren wird.

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden!
Max

Zuhause auf den Wiesen zwischen Müngersdorf und Poll. Immer die Augen und Ohren offen für Geschichten aus dem Veedel und allzeit bereit für ein Verzällcher am nächsten Büdchen.