Urige Kneipen in der besten Stadt

Urige Kneipen in der besten StadtUnsere Toplist für die besten Veedels-Kneipen

Köln kann nicht nur fancy und hip, sondern auch traditionell und urtümlich. Wir stellen euch heute die fünf kultigsten Kneipen vor, die etwas weniger hip sind als der prototypische Hipster es gern mag, etwas mehr können als jede x-beliebige Eckkneipe und genauso herzlich wie der Kiosk-Besitzer eures Vertrauens sind, der euch mit Feierabendbierchen versorgt. Sie glänzen allesamt mit Charme, absolut coolen (retro) Locations und Besitzern, die von vielen Stammgästen ins Herz geschlossen wurde und andersrum.

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Dann schaut doch mal bei KÖLN. BESTE! vorbei!

KÖLN. BESTE! ist die Liebeserklärung der GAG Immobilien AG an die Stadt Köln und das, was sie ausmacht - ihre Menschen!
Auf der Seite findet ihr alles rund um das Thema Köln - ob Veedelsgeschichten, schöne Portraits oder auch mal ein leckeres Rezept,
hier werdet ihr immer fündig!

Die Messlatte liegt heute hoch - wir haben uns die Auswahl tatsächlich nicht leicht gemacht, denn wenn man ehrlich ist, eine Sache an der es in Köln sicher nicht mangelt sind Kneipen mit Kultstatus.
Zusammen mit KÖLN. BESTE!, eine Liebeserklärung der GAG Immobilien AG an Köln, präsentieren wir euch die Top 5 der kultigsten Kneipen in unserer Lieblingsstadt. Wir haben das Ganze direkt als großartige Kneipentour für euch angelegt und ziehen vom Kölner Norden über den Westen in den Süden. Schnappt euch ein Wegbier und los geht’s!

Flora 6

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Gemütlich urig - Die Flora 6 in Nippes © Patrick Essex

Beginnen wir unsere urige Kneipentour doch in diesem Schätzchen in Nippes. Früher war sie berühmt –berüchtigt, heute hat sie die abgeranzte Zeiten hinter sich und glänzt mit ausgesuchten Bier-Spezialitäten vom Fass statt abgestürzten Kölsch-Leichen rund um die Uhr. Die Veedelskneipe Flora 6 hat einen sehr erfolgreichen Imagewandel hinter sich, legendär für ihre Vergangenheit wird sie aber immer bleiben. Und an die wird sich der ein oder andere Gast, der noch die Zeiten vor der sechsjährigen Ruhepause der Kneipe kennt, beim Betreten der Flora 6 auch heute sicher noch erinnern. Geblieben ist bspw. die Theke aus den alten Zeiten. Den neuen Betreibern Jürgen Mader und Jörg Zirden war es wichtig, den Charme von früher so gut wie möglich zu bewahren. Neu gemacht wurden hingegen die sanitären Anlagen, Elektrik, Fenster die Tageslicht hineinlassen und eine Vergrößerung des Schankraums. Kommen wir zu den harten Fakten: aus dem Fass fließt neben Gaffel-Kölsch auch Hamburger Astra, Paulaner Weizen und das tschechische Staropramen (hell und dunkel), es ist sieben  Tage die Woche geöffnet und speisen könnt ihr à la Carte aus dem Angebot der Wildmetzgerei. Ab und an gibt’s Live-Musik, der Lautstärke-Pegel den die Gäste produzieren, ist aber auch ganz ohne Band vor Ort hörenswert. Hinter der Bar trefft ihr meist auf Susi und Ralf, die Barfrau und den Barmann die den Laden hier schmeißen, die Besitzer halten sich dezent im Hintergrund. Absturzbude und Schrottladen war einmal – die Gegenwart sieht weltoffen, alternativ und von 18-88 Jahren aus. Prost! Und weiter geht’s…

Neppes Fünkchen’s Kultur

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Das „Neppes Fünkchen’s Kultur“ heißt bei vielen Nippesern immer noch schlicht „Bürgerstüffge“ - Der name ist Program © Patrick Essex

…aber wir verweilen noch für eine Stange Kölsch im Veedel. Nippes ist tatsächlich gut bestückt mit urigen Kneipen. Wir nehmen euch mit ins „Bürgerstüffge“, seit 2012 in Nepppes Fünkchen’s Kultur umbenannt, bei den Nippesern aber immer noch unter dem früheren Namen bekannt und beliebt. Wir befinden uns hier einerseits in einer wirklich typischen Eckkneipe, mit Live-Fußball im TV, Dartscheibe an der Wand zum selber spielen oder auch gern mal Dart zum Ansehen in der Flimmerkiste. Andererseits kann Ralf Post aber auch mit Schnick-Schnack und Details glänzen, die das Fünkchen’s von all den anderen prima Kneipen straßauf straßab unterscheidet. Eigentlich hat er uns schon überzeugt, bevor wir überhaupt drin sind. Über dem Eingang hängt ein großes Banner das verkündet „Arsch huh, Zäng ussenander!“. Wer es nicht weiß, das ist der Name einer Initiative zahlreicher Kölner Prominenter gegen Rassismus und Neonazis. Wir befinden die Ansage für ausgezeichnet und treten gerne ein! Das Publikum ist tatsächlich ein quirliger Haufen bunten Kuddelmuddels und keiner sozialen Ethnie zuzuordnen. Ja, ihr seid alle willkommen! Auch ein feiner Pluspunkt: die Kneipe ist Brauerei- und Automaten-frei. Was das heißt? Die Lieferanten sind frei wählbar. Was ihr davon habt? Für unfassbar günstige 100 Cent bekommt ihr hier einen feinen Tropfen namens Lahnsteiner vom Fass gezapft. Sieht aus wie Kölsch, schmeckt wie Kölsch und ist wie Kölsch, darf aber nicht so heißen weil es in Lahnstein gebraut wird, deshalb Lahnsteiner und nicht Kölsch. Wer es lieber klassisch halten will, wird mit wohlbekanntem Reissdorf versorgt. Es gibt noch mehr Varietäten im Vergleich zu anderen Kneipen. Statt Frikadellchen bekommt ihr eine Riesenbockwurst mit Brot, ja sie ist riesig und ja sie ist lecker. Wenn kein Sport läuft, bekommt ihr Musik um die Ohren gehauen, sehr gerne auch mal live. Das Kurioseste ist aber sicherlich das ihr im Fünkchen’s ein FC Bayern München Wappen finden könnt! Schaut mal vorbei und denkt euch beim kühlen Blonden Geschichten aus, warum weshalb und wieso es sich dort so offensichtlich präsentieren darf.

Braustelle – Kölns kleinste Brauerei

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Die Braustelle: kleine Brauerei, großer Geschmack © Patrick Essex

Keine Bange, wir versacken nicht in Nippes sondern ziehen weiter und zwar ins Nachbarveedel. Nächstes Ziel ist die Braustelle, Kölns kleinste Brauerei und noch dazu die einzige in Ehrenfeld. Der ausgebildete Brauer und Mälzer Peter Esser betreibt die Braustelle bereits seit 2001 und lässt hier Bier aus acht Hähnen zapfen. Für alle Kölsch-Liebhaber gibt es hier das Helios, ein naturtrübes Ur-Kölsch. Des Weiteren im ständigen Angebot sind Helios Weizen, Ehrenfelder Alt und Pink Panther, ein Hibiskus Ale. Neben den Klassikern werden vier weitere Bierspezialitäten angeboten, immer im Wechsel und immer vom Fass. Was Peter Esser wichtig ist, er will nicht expandieren oder sein Bier im Supermarkt neben unzähligen gerade unfassbar hippen Craft-Bieren liegen sehen. Die Braustelle bleibt sein Baby, das heißt aber nicht, dass sich diese nicht weiter ausbauen lässt. Seit 2016 gibt es im Kellergeschoss der Braustelle Pittermanns Destillerie, die hauseigene  Schnapsbrennerei. Gebrannt wird Gin, Genever und Likör. Deftiger Brauhausschmaus darf natürlich auch nicht fehlen.  Besonders cool: Treberbrot. Dieses wird aus Malztreber gebacken, ein Nebenprodukt was beim Brauvorgang entsteht. Nachhaltig und lecker, super Sache! Musikalisch hat sich die Braustelle an sein Ehrenfelder Publikum angepasst, hier hört man mehr Indipendent, rockig bis punkig, kölsche Ohrwürmer eher weniger. Fast schon selbstverständlich, dass ihr natürlich beim Ehrenfeld Hopping auch in die Braustelle gehoppt kommen könnt – dann auch mit Live-Musik. Nette Gimmicks während des ganzen Jahres: ihr könnt Brauseminare und Brauereiführungen buchen.

Thiebolds-Eck

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Das Thiebolds-Eck: „Hier ist das Kölsch zwei Grad kühler“ © Patrick Essex

Jetzt aber raus dem hippen und hoppenden Ehrenfeld, denn natürlich nehmen wir euch auch in eine Altstadt-Kneipe mit. Was muss, das muss. Das Thiebolds-Eck ist absolutes Pflichtprogramm der Kölner Kneipenlandschaft, existiert schon seit Jahrzehnten und ist vor allem unter Fußballfans eine Institution. Stammgäste hat das Thiebolds-Eck geschätzt wohl an die 100, ist immer gut gefüllt – mit Gästen und mit Reissdorf-Kölsch. Das Serviceteam ist ausschließlich weiblich, nur in der Chefetage ändert sich das zu 50 %: Wirtin Kata Kayzer führt die Eckkneipe gemeinsam mit ihrem Mann Stephan seit 20 Jahren. Was uns besonders  gefällt ist die Möglichkeit auch draußen sitzen zu können. Das kalte Kölsch, hier laut Info eines Gastes 2°C kühler als anderswo, schmeckt im Sommer unter freiem Himmel doch noch besser! Gegen Abend bietet sich dann der Umzug von den Außentischen, die auf dem kleinen Platz vor der Kneipe stehen, in die gemütlichen Innenräume an. Dass ihr euch in den Räumlichkeiten so wohl fühlt, liegt neben der imposanten Deckendekoration und dem üblichen Holzmobiliar an den vielen Fotografien, die lachende und rührselige Gesichter von Gästen und Personal aus jeder Zeit der Kneipe zeigen. Ansehnlich ist auch die Sammlung  der Karnevalsorden vor Ort, die fünfte Jahreszeit ist selbstverständlich eine große Leidenschaft der Belegschaft und den Gästen des Thiebolds-Ecks. Karneval, der Effzeh und kölsche Musikkultur sind die drei Säulen der klassischen Kölsch-Kneipe.

Refugium

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Das Refugium: Schocken fürs Leben © Patrick Essex

Endpunkt unserer urigen Tour ist das Refugium in Zollstock. Seit den 1997 Jahren haben Uli Schönfeld und Karl Scholten es sich hier in einem schönen Altbau, einer ehemaligen Arbeiterkneipe, gemütlich gemacht und eine Wohlfühl-Kneipe für jedermann geschaffen. Aller Anfang ist schwer, mit der Zeit wurde das Refugium aber zum Wohnzimmer vieler Gruppen, Abiturienten und Studenten, Berufstätige oder auch mal der Polizeistammtisch pilgern ab 15:30 Uhr hierhin und läuten den Feierabend mit einem frisch gezapften Zunft-Kölsch ein. Highlight des Refugiums ist unter anderem die wohl gepflegte Schocker-Kultur, die hier ihre Kölner Hochburg hat. Was man dazu braucht ist ein Würfelbecher, im besten Fall drei Einsen und damit einen „Schock“ und gewinnt die Runde. Ob Dart, Billiard oder Schach, hier blüht das Zocker-Herz auf. Konkurrenzlos residiert das Refugium mittlerweile in Zollstock und bietet jedem Vorbeikommendem einen Rückzugsort, so auch seinen beiden Wirten, die nach eigener Aussage „hier leben“. Und zwar wortwörtlich, die beiden bewohnen die Wohnungen direkt über der Kneipe. Mehr Authentizität können wir uns nicht vorstellen und empfehlen euch eindringlich, wenn nicht schon längst geschehen, hier einmal euren Abend ausklingen zu lassen. Wir können uns für unsere urige Kneipentour jedenfalls keinen besseren Abschied denken!

Mehr schöne Impressionen aus der Domstadt findet ihr bei Instagram

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der GAG Immobilien AG Köln entstanden!

Marleen

Marleen ist in Nippes zu Hause, schreibt gern über ihr Veedel, Mädchenkram, die grünen Seiten von Köln und alles was mit Kindern zu tun hat. Immer für vegetarische Köstlichkeiten, ein gutes Buch oder Feierabend-Bierchen im Park zu haben.