Café Storch

Café StorchDrei Jahrzehnte lügen nicht

Obwohl es das “Café Storch” seit Ewigkeiten gibt, geht der kleine und schummrige Laden auf der “anderen” Straßenseite der Aachener definitiv als Geheimtipp durch. Während die unmittelbare Umgebung sich seit Jahren zunehmend verändert, ist das “Café Storch” sich über drei Jahrzehnte hinweg treu geblieben: Jazz, Kerzenschein und mittlerweile jede Menge Patina - romantischer oder gemütlicher kann man auf der Aachener Straße wohl kaum sitzen.

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© Café Storch | Florian Witte

Ursprünglich 1986 eröffnet, hat das Lokal sich als Oase im umtriebigen Belgischen Viertel etabliert. Zwischen unverputzten Wänden und einer charmant zusammengewürfelten Einrichtung wird hier getrunken, geredet, gelesen und wahlweise a) dem allgegenwärtigen Jazz  oder b) Poesie gelauscht. Die Sache mit der Poesie gehört übrigens zum Storch wie Jazz und Vintage-Charme: Jeden Montag können zur Dichterstunde eigene Texte und Gedichte in intimer Atmosphäre vorgetragen werden. Übrigens schon seit einer Zeit, als es das Wort Poetry-Slam noch gar nicht gab.
Getrunken werden Kaffee und Tee, Pils und Kölsch vom Fass. Gin Tonic, klassische Cocktails wie Moscow Mule und Co. im klassischen Kupferbecher und eine kleine Kuchenauswahl runden die Karte ab.

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© Café Storch | Florian Witte

Vom Stammgast zum neuen Betreiber

Dass der Laden vor 2 Jahren einen neuen Inhaber bekam, klingt einschneidender, als es war: Jakob wechselte letztendlich einfach die Seiten - wurde 2017 vom Stammgast zum neuen Betreiber und behielt das Konzept bei. Wer sein Lokal seit 1999, also seit 20 Jahren, kennt und liebt, schmeißt halt nicht kopfüber alles um. Hinter der Theke steht er nicht selbst - stattdessen kümmert sich seine Schwester Justine um das Tagesgeschäft.

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© Café Storch | Florian Witte

Das Café für Ginfreunde

Mit dem neuen Inhaber kam auch die neue Gin-Auswahl: Als bekennender Gin-Liebhaber brachte der nämlich ein paar Raritäten auf die Karte, die man in dieser Dichte wohl nicht so schnell in einem “Café” findet. Knapp zwei Dutzend Gins umfasst die Auswahl mittlerweile - eine wilde wirkende Mischung aus Klassikern und Exoten, kombinierbar mit diversen Tonic-Optionen. Bei aller Kombinatorik geht es aber auch hier straight zu - die Drinks kommen ohne Garnish oder Schnickschnack.

Wer bei 184 hypothetischen Kombinationen eine Entscheidungshilfe braucht, kann sich ab sofort Ideen, Appetit und Hintergrundinfos auf der Webseite des Café Storch holen. Der eigene Gin-Blog ist gedacht als Erweiterung der Karte: Hier kann man sich hier jede Woche Gin für Gin von Jelena vorstellen und empfehlen lassen. Hersteller, Geschmack und Trinkempfehlungen werden beleuchtet. Die unterschiedlichen Gins verkostet sie zunächst straight und pur, bevor es um den “Perfect Serve”, also das beste Tonic Water geht.
Und weil es traurig und auch ein wenig besorgniserregend wäre, alleine mit zwei Gläsern Schnappes im Café zu sitzen, wird kurzerhand das Schöne mit dem Schönen verbunden. Spannende Gins und spannende “Trinkpartner” - gemeinsam mit wechselnden Gästen wird die Ginkarte nach und nach auf Herz und Nieren geprüft.

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© Café Storch | Florian Witte

Dieser Artikel ist zusammen mit dem Café Storch entstanden!

Redaktion