Veedels-Check Sülz

Veedels-Check Sülz10 Orte, die Sülz so einzigartig machen

Kein Veedel ist so grün wie "Beverly Sülz". Der Stadtteil im Kölner Süden besteht zu 42 Prozent aus Erholungsflächen und bietet somit die perfekte Mischung aus urbanem Leben und ländlichem Flair.  Nicht zuletzt deshalb ist das ehemalige Industrie- und Arbeiterviertel über die Zeit zu einem El Dorado für junge Familien geworden. Auf der Palanterstraße, wo sich Anfang des 20. Jahrhunderts die „rote Zelle“ von Sülz befand, geht es heute gutbürgerlich zu. Wer hier keinen Kinderwagen oder Babybauch vor sich herschiebt, fühlt sich bisweilen fast schon ausgeschlossen. Auch wenn es bestimmt hippere und weniger gentrifizierte Viertel gibt, hat der "Prenzlauer Berg von Köln" seinen ganz eigenen Charme. Wir nehmen euch mit auf einen Streifzug durch Sülz und präsentieren zehn Orte, die den Stadtteil so besonders machen.

Wundertüte am De-Noël-Platz

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© Facebook | Wundertüte

Der 1904 angelegte De-Noël-Platz gilt nicht ohne Grund als Herz des Veedels. Hier, unter altehrwürdigen Bäumen, treffen Studenten und Schüler der umliegenden Gymnasien auf junge Familien, Alteingesessene und Zugezogene. In den hübschen Altbauten rundherum sind zahlreiche Restaurants und Cafés angesiedelt. Das erste Haus am Platz ist seit über 38 Jahren die „Wundertüte“, eine typisch kölsche Eckkneipe mit viel Charme und moderaten Preisen, in der die Anwohner traditionell gern den Tag ausklingen lassen. Neben jeder Menge bunter Deko und dem "wahrscheinlich besten Kicker der Stadt", gibt es hier auch Kölns erstes Raucherfenster. Über die Kölsch-Marke (Gaffel) hat die Kundschaft einst selbst abgestimmt. Wirtin Rosy Hagemeier nennt das „direkt praktizierte sozialistische Demokratie“. Na dann.. Prost.

Tante Olga

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© Tante Olga

Im November 2016 öffnete mit „Tante Olga“ Kölns erster Unverpacktladen seine Pforten. Seitdem werden auf der Berrenrather Straße von Montag bis Samstag „Zero Waste“ Träume war. Der gut sortierte Laden bietet seiner Kundschaft hochwertige Bio-Produkte ganz ohne lästigen Verpackungsmüll. Viele Waren stammen zudem aus der Region, sind vegan und/oder fair-trade-zertifiziert. Die Angebotspalette ist vielfältig und reicht von frischen Backwaren, über Obst und Gemüse bis hin zu Haushaltsprodukten und Reinigungsmitteln. Der Erfolg gibt Namensgeberin Olga Witt und ihrem Team Recht: Sülz kann nachhaltig! Wir freuen uns schon auf das nächste „Zero Waste Picknick“ im Beethovenpark.

Kölns Tor zum Himmel

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© Facebook | Volkssternwarte

Von wegen bodenständig - in Sülz lässt es sich hervorragend nach den Sternen greifen. Auf dem Dach des Schiller-Gymnasiums in der Nikolausstraße befindet sich seit 1962 die Volkssternwarte Köln. Die ehrenamtliche Institution, die sich der naturwissenschaftlichen und kulturellen Volksbildung verschrieben hat, finanziert sich seit den frühen 80er Jahren vollständig über Eintrittsgelder, Mitgliedsbeiträge und Spenden.  Besucher erreichen die, von weitem sichtbare, in „Kölner Brückengrün“ gestrichene, Kuppel über eine Wendeltreppe im dritten Stock des Schulgebäudes. Im Inneren befindet sich das größte, öffentlich zugängliche Teleskop in Nordrhein-Westfalen – das „Cologne Large Telescope“, kurz CLT. In „Kölns Tor zum Himmel“ finden regelmäßig öffentliche Führungen und astronomische Vorträge statt.

Südkurve

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© Celina Albertz

Es gibt sie noch, die Fußball-Kneipen alter Schule. Gott sei Dank. Ein besonders uriges Exemplar findet sich auf der Luxemburger Straße zwischen den Haltestellen Arnulf- und Sülzburgstraße. Die Südkurve zeigt nicht nur jede FC Partie und Bundesligaspiele, auch Champions League- und DFB-Pokal-Spiele werden hier übertragen – selbstverständlich live und in HD. Die typisch kölsche Eckkneipe besticht durch gemütliche Einrichtung, erschwingliche Bierpreise und ein solides Herrengedeck. Die langen Öffnungszeiten sind unter Nachtschwärmern berühmt berüchtigt. Egal ob es einen Sieg zu feiern oder eine Niederlage schönzutrinken gilt, die Südkurve ist der richtige Ort dafür. Hier könnt ihr bis in die frühen Morgenstunden Fußballdramen diskutieren, jubeln oder eure Tränen trocknen. Jede Schicht ist „open end“.

UNI-Center

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© Celina Albertz

Mit 968 Wohneinheiten auf 45 Etagen gehört das Uni-Center auf der Luxemburger Straße zu den größten Wohnhäusern Europas. Der 134 Meter hohe Gebäudekomplex ist mit mehr als 2000 Einwohnern gewissermaßen eine Stadt in der Stadt, oder zumindest ein großes Dorf. Nebst jeder Menge Wohnraum mit großartiger Aussicht beherbergt der Mikrokosmos verschiedene Gastronomiebetriebe, einen Friseursalon, ein Fitness-Studio, Einkaufsmöglichkeiten und sogar ein Vier-Sterne-Hotel. Das 1973 eröffnete Uni-Center blickt zudem auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Mit der Heinrich-Böll-Verfilmung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ erhielt das Gebäude bereits 1975 einen Platz auf der großen Leinwand. In der Hochphase des deutschen Herbstes wurde hier, in einer von RAF-Terroristen unter falschem Namen angemieteten Wohnung, die Entführung Hanns Martin Schleyers geplant und vorbereitet.

Wo ist Tom?

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© Facebook | Wo ist Tom?

Direkt auf der belebten Zülpicher Straße, an der Ecke Marsiliusstraße, wo im Frühjahr die Kirschbäume blühen, liegt das gemütliche Café „Wo ist Tom“. Der ungewöhnliche Name ist eine Hommage an den Gründer der Lebenshilfe Tom Mutter und gleichzeitig Hinweis auf die besondere Mission des Ladens. „Wo ist Tom“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, für Menschen mit Behinderung Plätze auf dem ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Weil einige der Mitarbeiter nicht lesen und schreiben können, kreuzen die Besucher auf einem Zettel an, was sie essen und trinken möchten. Von dieser kleinen Besonderheit abgesehen, ist „Wo ist Tom“ ein typisches Sülzer Café mit Spielecke, W-Lan und großer Zeitschriftensammlung. Neben einem ganztägigen Frühstück stehen kleine Snacks und vollwertige Mittagsmahlzeiten auf dem Menü. Eine wechselnde Wochenkarte und selbst gebackene Kuchen ergänzen das Angebot. Der vegane Schokokuchen ist legendär.

Wochenmarkt am Auerbachplatz

© Celina Albertz

Der Auerbachplatz ist, wie der De-Noël-Platz, typisch Sülz, ein Ort mit Patina - von altehrwürdigen Bäumen und Altbaufassaden umringt. Der weitläufige Kinderspielplatz und die vielen netten Cafés rundherum machen den Platz zu einem bürgerlichen Idyll. Jeden Dienstag und Freitag von 7 bis 13 Uhr ist hier Wochenmarkt. Einmal im Monat gesellt sich sonntags ein beliebter Flohmarkt hinzu. Kaufen kann man hier eigentlich alles: Klamotten, Socken, Regenschirme und Blumen. Die Auswahl an regionalen Lebensmitteln ist üppig. Auf dem Auerbachplatz findet ihr Bio-Brot, Käse, Wild und Geflügel, frisches Obst und saisonales Gemüse in rauen Mengen. Wer nach dem Einkauf noch ein Käffchen trinken möchte, kehrt vorzugsweise im Café Balthasar ein. Hier gibt es Langschläferfrühstück bis 16 Uhr und einen Mittagstisch mit Premium Steaks.

Haus Unkelbach

Das Haus Unkelbach befindet sich seit 1930 in Familienbesitz und gehört zu Sülz, wie der Dom zu Kölle. Das Brauhaus an der Haltestelle Sülzburgstraße hat, für Köln eher selten, viel Tradition und wenige Touristen. Diese Traumkombo ist umso erstaunlicher, wenn man in Betracht zieht, dass hier regelmäßig alles gefeiert wird, was es in Köln so zu feiern gibt. Am Rosenmontag herrscht im Unkelbach Ausnahmezustand, genauso bei der Sommervariante „Jeck im Sunnesching“.  Außerhalb der Karnevalssaison sorgen die hauseigene Kegelbahn und der urig gemütliche Biergarten für Stimmung. Auf der Speisekarte findet sich typisch deftige Brauhausküche mit Schnitzel, Matjes und Co.  Frisch gezapftes Reissdorf gibt’s für 1,70€.

Da Siro

An der Ecke Weyertal/Palanterstraße findet sich mit „Da Siro“ einer der besten Italiener der Stadt. Der kleine Laden von Chefkoch Fabio Tiozzo überzeugt durch authentische Trattoria-Küche und eine abwechslungsreiche Tageskarte. Egal ob Pasta, Risotto, Fleisch oder Fisch – die Qualität stimmt. Der freundliche Service und die großartige Stimmung runden das Paket ab. Leider ist das „Da Siro“ längst kein Geheimtipp mehr und oft ausgebucht. Macht nichts. Wer hier keinen Platz mehr ergattert, schaut einfach im Fellini auf der Zülpicher, im L’Angelo D’Oro auf der Berrenrather oder im Stuzzichino auf der Sülzburgstraße vorbei. Wenn es in Sülz an irgendetwas nicht mangelt, dann sind es gute Italiener – grazie a dio.

Beethovenpark

Am südwestlichen Rand des Veedels, zwischen Neuenhöfer Allee und Militärring, liegt der Beethovenpark – eine 40 Hektar große, weitläufige und zu großen Teilen naturbelassene Grünfläche. Erholungssuchende aus ganz Köln finden hier jede Menge Platz zum Flanieren, Sporteln und Entspannen. Für die Pänz gibt’s einen großen Spielplatz mit Hängebrücken, Balancierelementen, Klettergeräten und allem was dazu gehört. Die tolle Aussicht vom großen Hügel an der Südseite des Parks verdanken wir übrigens der Tatsache, dass das Gelände nach dem zweiten Weltkrieg lange als Abraumhalde für Kriegstrümmer genutzt wurde. Die Anhöhe, die sich im Winter super zum Rodeln eignet, ist ein sogenannter „Trümmerhügel".

Dieser Artikel ist auf redaktioneller Ebene entstanden!

Celina

Celina ist im Agnesviertel zu Hause. Ihr Herz schlägt für guten Kaffee, Plattenläden und Trödelmärkte. Am Wochenende findet man die gebürtige Hamburgerin meist auf Konzerten oder in einer der zahlreichen Kneipen ihrer Wahlheimat.