Ngon Ngon 1970s Eine Reise in die Welt asiatischer Leckereien

Wer schon einmal eine südostasiatische Großstadt bereist hat weiß, die Menschen dort sind Meister darin, einen staunen zu lassen. Wo soll man bloß zuerst hinschauen? So viele helle Lichter, bunte Lampions, blinkende Schriftzüge… Vor allem abends hat das einen ganz besonderes Flair – und was darf dabei nicht fehlen? Stimmt, das passende einheimische Essen natürlich, doch wo fängt man da nur an?! Genau das dachten sich auch die Besitzer des NgonNgon 1970 Linh (23) und Anh (24). Gemeinsam mit ihrem Vater Quang eröffnet das Pärchen im Oktober 2020 ihr zweites Restaurant am Hohenstaufenring 15. Unglaublich mutig, wie ich finde! Denn die Gegend ist von asiatischen Restaurants schon stark besiedelt. Dennoch hebt das “1970” sich mit einer anderen Umsetzung erstaunlich individuell ab: Statt, wie gewohnt einer warmen Einrichtung mit heller Holzausstattung und Bambuslampen, wird hier auf das Gefühl der vietnamesischen Großstadt Hanois gesetzt. Man betritt einen leicht dunkel gestalteten Raum, der ausschließlich von auffallenden Lichtquellen aus Bannern und farbenfrohen Reklametafeln erhellt wird. Die Seitenwände, verkleidet wie Garagentore oder Hauswände, machen das Ambiente einer kleinen Straße perfekt. Jedes Schild wurde von Anh mit viel Liebe ausgesucht oder selbst entworfen, dann original in ihrer Heimat angefertigt und von Vietnam nach Köln importiert. Die leuchtenden Zahlen und Schriften sind nicht nur tolle Hingucker. Überall verstecken sich kleine persönliche Hinweise zu den beiden jungen Gründern. Faszinierend, wie die kühlen Lichter und strahlenden Schriftzüge einen dennoch zum Verweilen und Wohlfühlen einladen.

© Ngon Ngon 1970s

Von veganer Ente bis zu Dumplings

Auch das Menu lässt euch abtauchen in die Welt des Streetfoods Südostasiens. Neben toll angerichteten Currys, BunBowls und Sommerrollen, die selbstverständlich auf einer asiatischen Speisekarte nicht fehlen dürfen, setzt das NgonNgon 1970 jedoch zunehmend auf Fingerfood. Ob vietnamesisch, japanisch, thailändisch oder chinesisch – hier könnt ihr euch durch alle Sinne probieren: Über Avocado Pommes, Seetang Salat mit flambierten Lachs, Dumplings. Fleisch, Fisch oder vegetarisch… Und ja, auch vegan! Die Karte bietet dabei eine enorm außergewöhnlich große Auswahl und eins ist sicher: Auch Fleischesser sollten den veganen Garnelen und der veganen Ente definitiv eine Chance geben! Wie sie es hinbekommen, die fleischlosen Varianten so verblüffend echt und aromatisch zu kreieren, ist ständiges Ausprobieren und Experimentieren, erzählt Linh. Ihr Schwiegervater Quang und ihr Freund Anh sind unermüdlich, ihre Kreationen laufend zu verbessern. Dafür werden die Gewürze direkt aus Vietnam importiert und nicht an Qualität oder Frische der Produkte gespart. Seit über 20 Jahren steht Quang in der Küche und bringt täglich seine Leidenschaft als Koch auf ein anderes Niveau. Traditionell und gleichermaßen hoch modern, arbeiten er und sein Sohn mit viel Neugierde an einzigartigen Rezepten. Tradition und Kultur ihrer Herkunft im Hinterkopf, sind sie immer auf der Suche nach Neuheiten, ganz egal wie viele Stunden Fleiß und Testen dahinter stecken.

Diese Ente ist tatsächlich vegan.

Lecker Lecker

Kennt ihr es, wenn ihr Milch kocht und eine Haut entsteht? Eigentlich möchte das ja niemand, oder? In dieser Küche ist es sogar gewünscht! Die vielen Lagen der veganen Ente bestehen tatsächlich aus einzelnen Schichten der abgesetzten Haut gekochter Sojamilch. Wahnsinn, wieviel Arbeit also hinter einem Gericht steckt! Die Familie scheint hoch motiviert, das Konzept des NgonNgon 1970 noch weiter in Richtung vielfältiger asiatischer Tapas auszubauen und mit kleinen spannenden Köstlichkeiten ihre Gäste zu überraschen. Vielleicht kennt es manch einer: Hat man den Kontinent selbst besucht und durfte auch geschmacklich diese Reise intensiv auskosten, fällt es einem hierzulande manchmal wirklich schwer nicht nachzuwürzen. “Dürfte ich noch ein bisschen Sojasauce oder etwas Scharfes bekommen?”. Doch bei NgonNgon 1970 – kein Gedanke daran: Zugegeben, auch ich bin bei jedem Bissen aufs neue überrascht. Übrigens: “NgonNgon” beutetet übersetzt “Lecker Lecker” und DAS ist es in jedem Fall: intensiv, authentisch, kulinarisch. Lecker eben.

© Ngon Ngon 1970s
© Ngon Ngon 1970s